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Solaranlage mieten

Solaranlage fürs eigene Dach zum Mieten

DZ-4 hat vor sieben Jahren ein Modell zum Mieten von Solaranlagen auf den Markt gebracht. Ein Interview mit Gründer Florian Berghausen.

Nicole Weinhold

Sie haben vor einigen Jahren als Start-up mit einer damals relativ neuen Geschäftsidee angefangen. Was sind Ihre Erfahrungen?

Florian Berghausen: Mit der Vision, die Produktion von Solarstrom zum Eigenverbrauch für jeden so einfach und günstig wie möglich zu machen, haben wir 2012 als erstes Unternehmen in Deutschland das Mietmodell für Solaranlagen auf den Markt gebracht. Bei DZ-4 können Eigenheimbesitzer eine Solaranlage sowie einen Speicher für Ihren Solarstrom einfach mieten und ihre persönliche Energiewende ohne Eigeninvestition realisieren. Zunächst galt es, das Solaranlagen-Mietmodell bekannt zu machen und zu etablieren. Dies braucht Zeit – insbesondere bei einem erklärungsbedürftigen und komplexen Produkt wie Solaranlagen.

Darüber hinaus ist jedes Dach anders und erfordert eine individuelle Planung. Die Wahrung dieser Flexibilität bei gleichzeitiger Prozessstandardisierung, war ein entscheidender Aspekt dabei, ein Solaranlagenprodukt für den Massenmarkt zu entwickeln. Wir haben ein Komplettpaket für Eigenheimbesitzer geschnürt, das die Solaranlagenanschaffung und den -betrieb radikal vereinfacht und sich wirtschaftlich rechnet.

Woran hapert es bei der Umsetzung von Solaranlagen fürs eigene Dach?

Florian Berghausen: Tatsächlich sind es häufig falsche oder veraltete Informationen, die Hausbesitzer von der eigenen Solarstromproduktion abhalten. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Parameter, die über die Wirtschaftlichkeit einer Solarstromanlage entscheiden. In den letzten 15 Jahren haben sich diese um 180 Grad gedreht: Früher war es am lukrativsten, reine Einspeiseanlagen zu installieren und die hohe EEG-Vergütung von über 50 Cent pro verkaufter Kilowattstunde Solarstrom einzustreichen. Heute erhalten Solarstromproduzenten weniger als 11 Cent, sodass nicht mehr der Verkauf, sondern der optimierte Eigenverbrauch über die Kosteneffizienz einer Solaranlage entscheidet.

In vielen Großstädten wie Berlin gibt es Pläne, die verfügbaren Dächer mit Solar zu decken. Wie wichtig sind dabei Lösungen, wie Sie sie anbieten?

Florian Berghausen: Vorstöße für den flächendeckenden Einsatz von erneuerbaren Energien sind wichtig und notwendig, denn eigentlich geht es gerade viel zu langsam. Wir müssen viel schneller werden, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Doch damit diese Pläne aufgehen, braucht es Angebote wie das von DZ-4, um die Hemmschwellen für die Nutzung der erneuerbaren Energien zu senken. Für Hausbesitzer bieten wir Solaranlagen im Rundum-Sorglos-Paket an, wodurch die Anschaffungskosten, die Komplexität und das Risiko entfallen. Denn über die monatlich fixe Mietrate sind die Anschaffungskosten ebenso wie die Komplettversicherung, die Anlagenüberwachung und Reparaturen abgedeckt.

Welche Bedeutung hätte es, wenn die Eigenverbrauchssteuer wegfallen würde?

Florian Berghausen: Bei Photovoltaik-Anlagen, deren Leistung über 9,9 kW liegt, wird die sogenannte Eigenverbrauchsumlage fällig, die mit einem komplizierten Erfassungsprozess einhergeht. Sofern man nicht die Möglichkeit hat, gleich eine deutlich größere Solaranlage zu bauen, versucht man sich insbesondere im Eigenheim- und kleingewerblichen Segment, unterhalb dieser Grenze zu bewegen – auch bei DZ-4 halten wir uns daran.

Diese künstliche Schwelle hemmt jedoch den Ausbau erneuerbarer Energien und sendet eine falsche politische Botschaft. Denn prinzipiell gibt es viele Dächer, die größer belegt werden könnten. Durch die zunehmende Verbreitung der E-Mobilität wird sich dieser Trend weiter verstärken und Solaranlagen mit 10 kW oder mehr können auch für Privathaushalte wirtschaftlich lohnend betrieben werden – vorausgesetzt, die Eigenverbrauchsumlage wird aufgehoben.

Welche Rolle spielen Speicher bei Ihrer Arbeit? Gehören sie inzwischen zum festen Bestandteil?

Florian Berghausen: Die stetig fallenden Preise sorgen dafür, dass Batteriespeicher für unsere Kunden immer attraktiver werden. Aktuell liegt der Anteil zwar noch unter fünfzig Prozent, die Entwicklungen zeigen allerdings, dass neu gebaute Anlagen in naher Zukunft nur noch mit Speicher geplant werden. Auch Eigenheimbesitzer, die bereits ihre eigene Solaranlage betreiben, werden sich eher früher als später mit dem nachträglichen Einbau eines Solarstromspeichers auseinandersetzen.

Welche neuen Angebote müsste es geben, um noch mehr Solardächer umsetzen zu können? Braucht es mehr Information und Beratung? Neue Finanzierungsmodelle? Dachvermietung?

Florian Berghausen: Theoretisch ist alles da, um die dezentrale Photovoltaik-Produktion flächendeckend in Deutschland umzusetzen: Wir haben ausreichend Sonneneinstrahlung, die Angebote am Markt sind ausgereift und auch das Bewusstsein in der Gesellschaft ist vorhanden, wie unter anderem die Fridays for Furture Bewegung eindrucksvoll zeigt. Jetzt gilt es, mit den Vorurteilen über Solaranlagen aufzuräumen, weitere Aufklärungsarbeit zu leisten und die eigene Produktion von grünem Strom aus dem Nischenmarkt- in den Massenmarkt zu heben.

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