Batteriekraftwerke

Speicher hält Thüringer Stromnetz stabil

Das Thüringer Stromnetz wird seit jüngster Zeit auch von einem großen Speicherkraftwerk stabil gehalten. Die Anlage steht an einem Netzknotenpunkt bei Gotha und liefert unter anderem Regelenergie.

Der Projektierer von Großspeichern Smart Power mit Sitz im bayerischen Feldkirchen hat ein Batteriekraftwerk in der Nähe der thüringischen Stadt Gotha in Betrieb genommen. Die Anlage steht an einem Knotenpunkt des Netzes das von Thüringer Energienetze (TEN) betrieben wird. Die Anlage ist in der Lage, überschüssigen Strom, der nicht direkt verbraucht wird, zwischenzulagern und bei Bedarf mit einer Leistung von immerhin zehn Megawatt wieder ins Netz einzuspeisen.

Ohne Förderung gebaut

Insgesamt passen elf Megawattstunde in den Speicher. Damit ist er in der Lage, mit der vollen Leistung eine Stunde lang das Netz zu stabilisieren. Denn die Lieferung von Primärregelleistung ist eines der Geschäftsmodelle, mit dem TEN die Anlage wieder refinanzieren wird. Dazu kommen mit der Möglichkeit der Kappung von Lastspitzen und der Stabilisierung der Netzfrequenz aufgrund volatiler Einspeisung von Ökostromanlagen noch zwei weitere Standbeine für die Wirtschaftlichkeit des Systems. Denn diese Systemdienstleistungen werden im Rahmen von Marktmodellen vergütet, so dass das gesamte Projekt komplett ohne Fördergelder auskommt. Außerdem verringert der Netzbetreiber mit Sitz in Erfurt damit die Notwendigkeit des Netzausbaus aufgrund der volatilen Einspeisung von immer mehr Solar- und Windkraftanlagen in Thüringen.

Wirtschaftlichkeitsmodelle testen

Denn Speicher haben im Vergleich zu den fossilen Kraftwerke, die bisher das Netz stabil gehalten haben, einen entscheidenden Vorteil: Sie können innerhalb kürzester Zeit auf Veränderungen im Netz reagieren und damit zu einer besseren Netzqualität beitragen. Neben Primärregelleistung und Lastspitzenkappung im Netz plant Smart Power, dieses Speichersystem mittelfristig auch im Intradayhandel einzusetzen und so zukünftig noch mehr tragfähige Wirtschaftlichkeitsmodelle für Speicher nicht nur zu simulieren, sondern auch im praktischen Einsatz zu testen.

Mit dem Speicher in Gotha setzt der noch junge bayerische Speicherprojektierer ein weiteres Großprojekt um. Die bisher größte Anlage von Smart Power steht in Kempten. Dort hatte das Unternehmen Ende des vergangenen Jahres einen Großspeicher mit einer Leistung von 16 Megawatt im Auftrag der Allgäuer Überlandwerke (AÜW) errichtet.

Zum weiterlesen:
Allgäu bekommt Batteriekraftwerk

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