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Verbund AG startet im Sauerland in Richtung Grünstrom-Ziel 2030

Nach einem Bürgerdialog im März könnte das 2025 beantragte Elf-Windturbinen-Vorhaben Winterberg in den nächsten Tagen oder Wochen grünes Licht der Genehmigungsbehörden erhalten. Der österreichische Energieversorger Verbund AG hatte das drei Teilprojekte einschließende Windkraft-Vorhaben im November vorigen Jahres vom ostfriesischen Windparkentwicklungsunternehmen Enova gekauft. Die Projektierungsspezialisten aus Bunderhee an der Nordsee hatten die Projektrechte ihrer Windparkvorhaben im Hochsauerlandkreis mit einer Erzeugungskapazität von zusammen 140 Megawatt (MW) an Verbund übertragen. Die jetzt vor der Freigabe stehenden drei Teilwindparks sollen um die Ortsteile Hildfeld und Grönefeld herum elf Windturbinen vom Enercon-Anlagentyp E-175 mit zusammen 77 MW ans Netz bringen.

Die Projektplanung für den Winterberg-Standort im Wald sehen den Beginn der Rodungen für Zuwege zu den Baustellen ab Ende 2026 vor, den Bau der Zuwege und Kranstellflächen ab Mitte 2027 sowie den Baubeginn mit den Fundamentarbeiten zu Ende kommenden Jahres. Ende 2028 sollen alle Turbinen in Betrieb gehen.

Die österreichische Verbund AG betreibt bislang hauptsächlich Wasserkraftwerke. Von den heutigen Stromerzeugungskapazitäten des Versorgers mit 8,4 Gigawatt (GW) erzeugen 95 Prozent den Strom aus erneuerbaren Quellen. Dabei betreibt Verbund 130 Wasserkraftwerke und davon 22 Anlagen in Deutschland. Wind- und Solarparks des Unternehmens dürften zusammen auf bislang europaweit rund oder auch mehr als ein Gigawatt kommen, wobei Verbund ein Portfolio von konkret 51 Photovoltaik-Parks mit einer jährlichen Erzeugung von 439 Gigawattstunden und 353 Windenergieanlagen für jährlich 1,7 Terawattstunden ausweist. Bis 2030 wollen die Österreicher ein Viertel der Gesamterzeugung aus Wind und Sonne erzielen, was gemessen am heutigen Kraftwerkspark einem Volumen von mehr als zwei Gigawatt gleich käme.

Für Deutschland hat die Sparte Verbund Green Power Deutschland erklärtermaßen bereits Windparkprojekte in der Entwicklung, die zusammen ein weiteres Gigawatt ebenfalls bis 2030 in Betrieb setzen sollen. Bisher betreibt Verbund hierzulande zwei mehr als zehn Jahre Windparks in Rheinland-Pfalz mit zusammen rund 86 MW. In Brandenburg sicherte sich Verbund in der jüngsten Vergangenheit zudem Flächen für 500 MW Photovoltaik. Verbund gilt zudem in Österreich als Direktversorger von Industrieunternehmen – mit einem Marktanteil von 20 Prozent.

Im Winterberg-Windpark beteiligt Verbund Bürgerinnen und Bürger gemäß dem Bürgerenergiegesetz (BürgEnG) des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Über die Projektzeit hinweg werde die Region in Summe rund 40 Millionen Euro durch Direktzahlungen gemäß dem Landes-BürgEnG profitieren, informiert das Unternehmen mit. Außerdem plant der Versorger die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) durch den Paragraf 6 vorgesehene freiwillige Kommunalabgabe von bis zu 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde sowie das Beteiligungsmodell Klimasparen mit erklärtermaßen „attraktivem Zins“ ebenfalls gemäß dem BürgEnG in den Gemeinden Winterberg und Medebach. Die Standortgemeine Winterberg soll die Gewerbesteuer erhalten.