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Rechtsstreit um Offshore-Windpark Gennaker beigelegt

Der Rechtsstreit um den Offshore-Windpark Gennaker ist beigelegt. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und das Projektunternehmen des Entwicklers und Betreibers Skyborn haben sich auf einen Vergleichsvertrag verständigt. Wie Skyborn mitteilt, sind freiwillige Maßnahmen und Begleitforschungen Teil des Vertrages, die weit über Genehmigungsanforderungen hinausgehen. Im Mittelpunkt steht der Schutz von Vögeln und Fledermäusen Im Gegenzug zieht der Nabu alle Eingaben gegen den Park zurück und verpflichtet sich zu einem dauerhaften Rechtsfrieden, heißt es weiter.

Schutzmaßnahmen für Zugvögel und Fledermäuse

Nun sollen mithilfe innovativer Methoden datenbasierte Kriterien entwickelt werden, die den Schutz der Meeresumwelt mit einem wirtschaftlich effizienten Betrieb des Windparks verbinden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, Umweltwirkungen besser zu verstehen und Schutzmaßnahmen gezielt weiterzuentwickeln.

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Das Forschungsprogramm umfasse mehrere thematische Schwerpunkte, schreibt Skyborn, unter anderem Schutzmaßnahmen für Fledermäuse und Zugvögel. Außerdem liegt ein spezielles Augenmerk auf Kranichen und Meeresenten im Umfeld des Offshore-Windparks.

Beide Seiten loben den Kompromiss

Skyborns CEO, Patrick Lammers, nannte den erzielten Kompromiss einen wichtigen Meilenstein: „Intensive und konstruktive Gespräche haben dazu geführt, eine gemeinsame Lösung zum naturverträglichen Ausbau der Windenergie auf See zu finden“, sagte er.

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Auch der Nabu lobte die Einigung: „Erstmals wird dazu ein Offshore-Windpark in Deutschland vorsorglich während der Kernmigrationszeit von Fledermäusen abgeschaltet“, sagte Stefan Schwill, Landesvorsitzender in Mecklenburg-Vorpommern. Das Monitoringkonzept zur Untersuchung von Kollisionsrisiken bei Fledermäusen und Zugvögeln sei umfassend und in Deutschland in dieser Form neuartig. „Wir setzen Hoffnung in diesen gemeinsamen Weg einer naturverträglichen Energiewende auf See.“

Gennaker wird mit fast 1.000 MW der bislang größte Offshore-Windpark in der deutschen Ostsee

Mit einer geplanten Gesamtleistung von bis zu 976,5 MW soll Gennaker der bislang größte Offshore-Windpark in der deutschen Ostsee werden. 63 Anlagen vom Typ Siemens-Gamesa DD-236 sind geplant. Das Projektgebiet liegt etwa 15 Kilometer nördlich der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und befindet sich in einem ausgewiesenen Vorranggebiet für Offshore-Windenergie im Küstenmeer von Mecklenburg-Vorpommern.

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Bereits 2019 war die ursprüngliche Baugenehmigung für das Vorhaben erteilt worden – damals stand noch der Bremer Projektentwickler WPD hinter dem Vorhaben. Schon damals hatten Naturschützer geklagt. WPD verkaufte das Projekt schließlich an Skyborn. Umplanungen mit größeren Anlagen machten neue Genehmigungen nötig. Zuletzt hatte der Nabu 2024 Klage eingelegt, unter anderem aus Sorge um ein erhöhtes Tötungsrisiko von Vögeln. 

Die Inbetriebnahme von Gennaker ist laut Skyborn für 2028 geplant.