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RWE holt sich Zuschläge für Ausschreibungen Offshore

Die Ergebnisse für die August-Ausschreibung von Windenergie auf See sind von der Bundesnetzagentur bekanntgegeben worden. Anders als in der Juni-Ausschreibung wurde das Verfahren für zentral voruntersuchte Flächen mit 1.800 MW angewendet. Drei von vier ausgeschriebenen Flächen gehen dabei an RWE; mit der Luxcara GmbH hat sich immerhin ein neuer Akteur auf dem deutschen Offshore-Windenergiemarkt etabliert.

Die Gebotskomponente wird vom Offshore-Verband BWO als „wie erwartet hoch“ bewertet. Die Gesamtsumme von 784 Millionen Euro verweist auf 435.555 Euro pro MW. Zum Vergleich: im Juli waren es bei der Offshore-Auktion noch 1,8 Millionen Euro pro MW. Die Gebotswerte waren damit zwar kleiner als im Juni, aber laut BWO lag das an qualitativen Kriterien, kleineren Flächen, Abschattungseffekten und damit auch andere Ertragserwartungen. Für einzelne sei der Euro-pro-MW-Preis sehr wahrscheinlich höher, bis zu 1,24 Mio. pro MW, so der BWO. Und er warnt, die hohe Gebotskomponente werde Auswirkungen auf den Strompreis haben.

Stefan Thimm, Geschäftsführer des Offshore-Verbandes BWO, gratulierte RWE und Luxcara, die unter dem Namen Waterkant Energy GmbH den Zuschlag bekamen, anlässlich ihrer erfolgreichen Gebote für die ausgeschriebenen Flächen. „Die Ergebnisse bringen uns der gesetzten Zielmarke des Offshore-Windenergie-Ausbaus von 30 GW bis 2030 ein entscheidendes Stück näher“, so Thimm bei einer Online-Pressekonferenz. „Eintritte in den deutschen Markt von neuen Energieunternehmen wie Luxcara zeigen, der deutsche Markt ist attraktiv für Investoren und es besteht Vertrauen in die Offshore-Windenergie als Energiegenerator der Zukunft.“

Die Bundesnetzagentur nutzte für diese Ausschreibung als Premiere neben der Preiskomponente qualitative Kriterien zur Bestimmung der Ausschreibungsgewinner. Insgesamt wurden 748 Millionen Euro auf die Flächen geboten. Die kleinste Fläche der Ausschreibung von 270 MW gewann Luxcara GmbH, ein Asset Manager für erneuerbare Energien und Infrastruktur Investments mit Sitz in Hamburg.

„Der Fokus sollte nun auf der Realisierung der gewonnen Projekte liegen. Die in der vergangenen Woche veröffentlichte Bundesregelung zu Transformationstechnologien macht deutlich, die Bundesregierung zeigt sich offen für die finanzielle Unterstützung der europäischen Wertschöpfungskette beim Ausbau der dringend benötigten Produktionskapazitäten“, so Thimm. Das begrüße die Branche sehr. „Bei dieser Regelung müssen jedoch auch die Kabelhersteller und die Schiffbauindustrie berücksichtigt werden. Diese sind für die Offshore-Windenergie ebenfalls von entscheidender Bedeutung,“ so Thimm.

Wichtig sei nun, so Dennis Rendschmidt, Geschäftsführer VDMA Power Systems, dass die Realisierung der Projekte hürdenfrei ablaufen könne und die benötigte Infrastruktur wie etwa bei Häfen und Errichtungskapazitäten verfügbar ist. „Die Hersteller und Zulieferer des Maschinen- und Anlagenbaus stehen bereit. Für die künftigen Ausschreibungen sollte die Bundesregierung die Verfahren anpassen und das WindSeeG noch in diesem Jahr nachbessern.“ Kostendruck auf die Hersteller und Zulieferer gelte es zu vermeiden. „Dafür sollten die qualitativen Kriterien gemeinsam mit der Branche umdefiniert werden, um dem Mehrwert einer starken europäischen Windindustrie Rechnung zu tragen. Der jetzige Mechanismus ist dafür nicht hilfreich.“

Der BWO verweist noch darauf, dass die aktuelle Turbinen-Kapazität bei 700 Stück pro Jahr liege, aber bis 2030 fast eine Verdopplung auf 1.300 Einheiten stattfinden müsse. Bei Fundamente sei man sogar nur bei 300 pro Jahr und müsse bis 2030 auf 1.200 hochfahren. Auch die Zahl der Service- und Installationsschiffe müsse von derzeit 68 verdoppelt werden. Thimm spricht von einem weltweiten Anstieg der Ausbauziele, etwa in den USA auf 30 GW bis 2030 und Asien 235 GW bis 2030. Die Nordseestaaten sind mit 120 GW bis 2030 dabei. Die europäische Wertschöpfung müsse gestärkt werden, um die Ziele zu erreichen und den Industriestandort zu stärken. (nw)