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Neunmonatstrend Windparks: Starkes Neubauplus – auf See, weniger Plus an Land

Mit einem Zubau neuer Windturbinen an auf See und an Land von zusammen schon mehr als 5,5 Gigawatt (GW) nach Ende des dritten Quartals nähert sich der deutsche Windkraftmarkt einem neuen Rekordjahr: Gemäß einer vom Energiewende-Nachrichtendienst IWR vorgenommenen Bilanz des neuen bundesweiten Netzanschlusses von Windkraft- und Photovoltaikanlagen in den ersten drei Quartalen sind von Januar bis September 808 Windkraftanlagen mit einer zusammengerechneten Nennleistung von 5.571 Megawatt (MW) neu in Betrieb gegangen. Das waren demnach 63 Prozent mehr Bruttozubau gemessen an neuen Erzeugungskapazitäten als im selben Zeitraum des Vorjahres. Von Januar bis September 2025 waren es 637 neue Windenergieanlagen mit zusammen 3.421 MW.

Zum Vergleich: Damit näherte sich der Dreiviertel-Jahreswert der bundesweiten Bruttoneuinbetriebnahmen ohne Abzug der außer Betrieb genommenen Kapazitäten rückgebauten Altanlagen bereits den Werten der vollständigen Rekordjahre 2015, 2016, 2017 und 2025 an: Entsprechend dieser Reihenfolge hatten die Windenergieunternehmen in Deutschland an Land und im Meer in diesen vier Jahren rund 6, 6,3, 6,8 und 5,7 GW neu in Betrieb genommen.

Der starke Bruttozubau in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 ist allerdings vor allem dem Nachholeffekt im Offshore-Windkraft-Zubau durch die Netzanschlüsse der Windparks He Dreiht und Borkum Riffgrund 3 mit 913 und 960 MW zuzuschreiben. Beide Windparks hätten schon 2025 in Betrieb gehen sollen und verspäteten sich auch aufgrund verzögert installierter Netzanschlüsse. So hatten die Meereswindkraftunternehmen seit Anfang dieses Jahres 130 der 808 neu errichteten Anlagen auf See in Dienst gestellt – mit 1.760 MW.

Auch der Windparkzubau an Land gewann in den ersten neun Monaten weiter an Tempo. Hier fiel das Plus allerdings wesentlich kleiner aus: 678 neue Anlagen mit 3.811 MW im Neunmonatszeitrum 2026 stehen 637 Anlagen mit 3.421 MW im Vorjahres-Vergleichszeitraum bilanziell gegenüber.

Schon nach dem ersten Halbjahr hatten die Windenergieorganisationen BWE und VDMA Power Systems erklärt, die Jahresprognose von 8 GW Zubau an Land noch zu erreichen, wirke nun ambitioniert. Sie sei allerdings noch möglich. Meist nimmt das Zubauvolumen am Jahresende noch einmal zu.  

Immerhin hat der Zubau im September nun nach dem August und dem März zum dritten Mal in diesem Jahr ein deutliches Plus von rund 40 Prozent beziehungsweise 30 Turbinen mehr an neu errichteten Anlagen verbucht, bei jeweils 111, 110 und 110 neu betriebenen Anlagen. Im vergangenen Jahr waren im erfolgreichsten Monat März nur 80 Turbinen neu hinzugekommen.

Dass der Zubau an Land in den ersten neun Monaten bisher keine größere Dynamik entfaltete, mag aus einer relativen Schwäche der führenden Windkraft-Bundesländer folgen. So starteten in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt weniger neue Turbinen mit der Stromerzeugung als im Vorjahr: 160 statt 170 in Nordrhein-Westfalen, 126 statt 133 in Niedersachsen, 29 statt 63 in Brandenburg und 14 statt 39 in Sachsen-Anhalt. Deutlich mehr Zubau war vor allem in Mecklenburg-Vorpommern zu beobachten – 80 statt 15, aber auch in Schleswig-Holstein – 108 statt 97 im Vorjahr, in Baden-Württemberg – 42 statt 28, in Bayern – 25 statt 12 und in Hessen – 31 statt 15 – sowie auch noch in Sachsen: 19 statt 11.