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13.000 solarthermische Kollektoren machen Leipziger Fernwärme nachhaltiger

Nach anderthalb Jahren Bauzeit hat Ritter XL Solar in Leipzig eine riesige solarthermische Anlage in Betrieb genommen. Rund 13.000 Solarkollektoren haben die Installateure montiert. Diese werden in Zukunft zur Dekarbonisierung der Fernwärme in der sächsischen Metropole beitragen.

Sie zeige, welche Rolle die Solarthermie künftig in kommunalen Wärmenetzen spielen könne. „Die Inbetriebnahme der größten Solarthermieanlage Deutschlands ist ein starkes Signal für die Wärmewende“, betont Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar), anlässlich der Inbetriebnahme der neuen Anlage. „Das Leipziger Projekt zeigt, dass erneuerbare Wärme heute bereits im Kraftwerksmaßstab zur Versorgung von Städten eingesetzt werden kann.“

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Fläche wird naturnah bewirtschaftet

Nach ersten Einspeisungen ins Netz Mitte Juni 2026 wird die Anlage im Sommer in den Dauerbetrieb gehen und klimafreundliche Wärme fürs lokale Fernwärmenetz liefern. Die Leipziger Stadtwerke und ihr Partner Ritter XL Solar setzen dabei auf hochmoderne Technik sowie eine besonders naturnahe Bewirtschaftung der Fläche. „Nach der Bauzeit holt sich die Natur den Raum unter den Kollektoren wieder zurück“, erklärt Erik Jelinek, Projektleiter der Stadtwerke Leipzig. „Der Großteil des Areals sind dann nicht versiegelte Flächen, Blühwiese, Obstbäume und Mischhecken. Damit das Grün unter und zwischen den Kollektoren kultiviert wächst, soll vor Ort eine Schafherde eingesetzt werden.“ Matthias Johler, Geschäftsführer von Ritter Solartechnik, ergänzt: „Aus unserer Erfahrung können wir sagen, dass auch Kaninchen, Hasen, Igel, Insekten und Vögel hier eine Heimat finden werden. Erneuerbare Energie und Raum für Natur – beides kommt hier zusammen.“

Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit vorantreiben

Für die Stadtwerke Leipzig als Betreiber des Fernwärmenetzes ist die Anlage ein Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit. „Denn Nachhaltigkeit heißt für uns, Versorgungssicherheit und Klimaschutz zusammenzudenken und voranzutreiben“, erklärt Karsten Rogall, Geschäftsführer der Leipziger Stadtwerke. „Die neue Anlage ist ein weiterer Beweis dafür. Wir erhöhen damit den Anteil erneuerbarer Energie in unserem Fernwärmesystem.“

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Schließlich zeige die jüngste Dynamik der Energiemärkte, dass die Zukunft der Energie in Deutschland ein Mix sei, bei dem die Erneuerbaren wachsen, wie es Moritz Ritter, Beiratsvorsitzender von Ritter Solartechnik, ausdrückt. „Sonne spielt dabei eine wichtige Rolle. Wir haben schon mehrere Großprojekte verwirklicht – von Potsdam über Mühlhausen bis Greifswald. Das hier ist eine neue Dimension. Es ist die viertgrößte Solarthermieanlage weltweit, die in ein Wärmenetz einspeist – und die größte Deutschlands. Ich bin überzeugt davon, dass das Konzept nach Leipziger Vorbild in ganz Deutschland sinnvoll sein könnte.“

Zwei Prozent Solarwärme übers ganze Jahr

Die Anlage liefert nach Prognosen der Projektierer im Sommer täglich bis zu 20 Prozent für den Leipziger Wärmebedarf. Über das gesamte Jahr hinweg wird der Anteil im Durchschnitt bei zwei Prozent liegen. „Wir sind stolz auf die hochmoderne Anlage, die als weiterer Baustein eines robusten Portfolios nun einen Beitrag für Leipzigs Wärmewende leistet, und somit unseren Energiemix ergänzt“, sagt Maik Piehler, ebenfalls Geschäftsführer der Leipziger Stadtwerke. Der städtische Versorger investierte rund 40 Millionen Euro in die Anlage, davon werden rund 16 Millionen Euro gefördert.

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Algorithmus misst die Sonneneinstrahlung

Matthias Johler von Ritter Solartechnik betont die Effizienz der eingesetzten Technik. „Im westlichsten Stadtteil Leipzigs ist eine hochmoderne Anlage entstanden. Wir setzen hier auf unser modernstes intelligentes System: Ein Algorithmus steuert die Anlage so effizient wie möglich“, erklärt er. „Die Technik misst die Sonneneinstrahlung im Kollektorfeld und steuert entsprechend die Fließgeschwindigkeit des Wassers, welches in den Kollektoren erhitzt wird.“ Je weniger Sonne scheint, desto langsamer fließt das Wasser, um sich zu erwärmen. Der Vakuum-Kollektor funktioniert zudem wie eine Thermoskanne – innen heiß, außen kalt.

Durch diese Steuerung gelingt es, das Wasser auf bis zu 110 Grad Celsius zu erwärmen und ins Fernwärmenetz einzuspeisen. „Dieser Standort ist ideal, weil die Flächenausrichtung gut ist, weil bereits die Leitungen in unmittelbarer Nähe vorbeiführen und weil bestehende Standorte, wie unser BHKW Leipzig-West, in direkter Nachbarschaft sind“, sagt Erik Jelinek von den Stadtwerken Leipzig.