Erneuerbare Energien bei Google bevorzugen
Die Rathenower Wohnungsbaugesellschaft (RWG) stellt insgesamt 22 Mehrfamilienhäuser in der brandenburgischen Stadt sukzessive auf Solarstrom um. Dazu lässt sie auf den Gebäude Photovoltaikanlagen errichten. Die erste Anlagen sind schon montiert. Wenn alles fertig ist, liefern die Anlagen sauberen Sonnenstrom vom Dach für die 220 Wohnungen in den Häusern. Sie leisten zusammen rund 416 Kilowatt. Um so viel Solarstrom wie möglich zu nutzen, ergänzt die Genossenschaft die Anlagen um Batteriespeicher mit einem Fassungsvermögen von 216 Kilowatt.
Bewohner:innen persönlich ansprechen
Entwickelt, organisiert und bis zur Fertigstellung begleitet wird das Projekt von Ossler Solar Solutions. Das Unternehmen kümmert sich aber nicht nur um die Planung und den Bau der Anlagen. Es übernimmt auch die Gewinnung von Investoren, die Durchführung von Informationsveranstaltungen für die Mieter: innen und den Abschluss der Mieterstromverträge. „Wir haben von Anfang an darauf gesetzt, mit den Bewohner:innen persönlich zu sprechen – auf den Informationsveranstaltungen, an den Ständen vor den Häusern, am Telefon und wenn nötig direkt an der Wohnungstür“, berichtet Patryk Splitt, Produktmanager Mieterstrom bei Ossler Solar. „Viele Fragen zu Zählerwechsel und Vollversorgung klären sich in fünf Minuten Gespräch, für die ein Anschreiben nicht ausreicht. Dieser Aufwand hat sich ausgezahlt. Denn wer einmal verstanden hat, wie das Modell funktioniert, entscheidet sich in der Regel dafür“, weiß er aus Erfahrung.
Metergrid plant das Messkonzept und rechnet ab
Die energiewirtschaftliche Seite wiederum hat Metergrid übernommen. Diese Aufteilung von direkter Ansprache der Mieter:innen durch Ossler Solar und der nachfolgenden digitalen Abwicklung der Vertragslegung war dabei wichtig, um so viele Bewohner:innen vom Konzept zu überzeugen. Der Anbieter von Mieterstromprojekten hat zusätzlich auch das Messkonzept entwickelt. Metergrid übernimmt auch alle Prozesse, die mit dem Einbau und Betrieb der Stromzähler und der intelligenten Messsysteme zusammenhängen. Auch die Abrechnung der Strommengen im Rahmen von Metergrid Plus übernimmt das Unternehmen.
Portfolio aufgeteilt
Grundlage des Projekts war die Vorgabe der RWG, den Genossenschaftsmitglieder:innen ein wirtschaftlich attraktives Stromangebot machen, ohne selbst in die Anlagen zu investieren. Ossler Solar hat dafür über sein Investorennetzwerk vier private Anlagenbetreiber gewonnen, die die Generatoren finanzieren und betreiben. Dazu wurde das Portfolio in drei Gebäudegruppen aufgeteilt. Die RWG stellt die Dachflächen bereit und die Bewohner:innen bekommen dafür ein Vollversorgungsangebot.
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Rund ein Jahr hat diese gesamte Vorbereitung gedauert, damit das gesamte Vorhaben finanziert und wirtschaftlich tragfähig wird. „Uns war wichtig, unseren Mitgliedern günstigeren Strom anbieten zu können, ohne dafür Genossenschaftskapital zu binden“, erklärt Jens Hubald, Vorstand der Rathenower Wohnungsbaugenossenschaft. „Dass wir dafür nur die Dachflächen bereitstellen und den Rest in erfahrene Hände geben konnten, hat den Ausschlag gegeben.“
Abstimmung mit dem Netzbetreiber ist wichtig
Die drei Gebäudegruppen sind bewusst unterschiedlich aufgebaut. Sie leiten sich aus der Gebäudestruktur und Netzsituation ab. Gebäudegruppe 1 mit zehn Häusern ist als Anlagenverbund aus zwei Blöcken mit je rund 99 Kilowatt Solarleistung ausgelegt. Die Gruppen 2 und 3 mit je sechs Häusern bestehen aus insgesamt zwölf Einzelsystemen, die jeweils auf den Gebäuden errichtet werden und diese versorgen. In diesen Häusern werden auch die Batteriespeicher installiert – jeder mit einer Kapazität von 18 Kilowattstunden. Gateway- und Messtechnik sind durchgängig für die automatisierte Messdatenverarbeitung vorbereitet. Die Messkonzepte für alle 22 Gebäude werden mit dem zuständigen Verteilnetzbetreiber Edis abgestimmt.
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Denn genau hier stehen die Hürden. Edis muss das Messkonzept bestätigen, freigeben und danach können die Zähler eingebaut werden. Ossler Solar und Metergrid kümmern sich um diese Netzbetreiberprozesse parallel zur technische Fertigstellung, Mietergewinnung und Vertragsvorbereitung. Wenn diese Prozesse mit dem Netzbetreiber abgeschlossen sind, gehen die Anlagen in Betrieb.
Bis zu 40 Prozent Stromkosten sparen
Dann können die Mieter:innen viel Geld sparen. Denn der Bestand der RWG ist von einer heterogenen Mieterschaft geprägt, darunter viele ältere Genossenschaftsmitglieder. Ein großer Teil der von Ossler Solar angesprochenen Haushalte war zuvor in der Grundversorgung. Die erwartete Einsparung liegt daher in vielen Fällen bei rund 30 bis 40 Prozent der bisherigen Stromkosten – abhängig von Verbrauch, bisherigem Tarif und Solarstromanteil. Fehlender Solarstrom wird automatisch durch Reststrom ergänzt, die Vollversorgung bleibt jederzeit gesichert.
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Weitere Projekte geplant
Die RWG hat mit diesem Konzept gute Erfahrungen gemacht und wird jetzt noch weitere Immobilien im Bestand solarisieren. Für ein weiteres Ensemble mit sechs Mehrfamilienhäusern und 65 Wohnungen läuft die Umsetzungsplanung. Dort ist der Bau von Solaranlagen mit einer Leistung von rund 77,6 Kilowatt vorgesehen. Für sechs weitere RWG-Objekte in Rathenow werden derzeit Dachnutzungs- und Projektverträge abgeschlossen. Nach aktuellem Planungsstand umfasst das zusätzliche Portfolio rund 300 bis 450 Kilowatt. Ob zusätzlich Speicher integriert werden, prüft die RWG jeweils anhand der Gegebenheiten im Objekt.