Bei der jüngsten Ausschreibung von Marktprämien für Solarstrom von großen Dächern wurde ein neuer Tiefpunkt erreicht. Denn um die 283 Megawatt ausgeschriebener Leistung haben sich nur 98 Projekte mit einer Gebotsmenge von 177 Megawatt beworben. Davon wurden von der Bundesnetzagentur auch noch 13 Gebote vom Zuschlagsverfahren ausgeschlossen, weil die formalen Kriterien nicht eingehalten wurden.
Zum Vergleich: Vor einem Jahr war die Dachsolar-Ausschreibung bei einem höheren Ausschreibungsvolumen noch überzeichnet. Doch im Juni 2025 beteiligten sich Projekte mit weniger Leistung an der Ausschreibung, als das Auktionsvolumen hergegeben hat. Auch im Oktober 2025 war die Dachanlagen-Auktion leicht unterzeichnet. Doch so gering wie bei der jüngsten Ausschreibung war das Interesse noch nie.
Alle 85 Gebote bekommen eine Marktprämie
Der Vorteil: Alle 85 Gebote mit einer Gesamtleistung von 155 Megawatt, die von der Bundesnetzagentur für das Verfahren zugelassen wurden, bekommen eine Marktprämie für den eingespeisten Solarstrom. Bei einer solch niedrigen Beteiligung könnte man davon ausgehen, dass aufgrund des geringen Wettbewerbs die Preise für den Solarstrom steigen würden. Doch tatsächlich liegt der mengengewichtete Zuschlagswert mit 9,56 Cent pro Kilowattstunde nur leicht unterhalb der vorhergehenden Auktionsrunde. Damals betrug der Durchschnittspreis 9,66 Cent pro Kilowattstunde.
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Niedrigster Preis unter acht Cent
Tatsächlich sind einige Projektierer bis an den maximal zulässigen Preis von zehn Cent pro Kilowattstunde gegangen. Doch das niedrigste Gebot lag mit 7,88 Cent pro Kilowattstunde weit unter diesem Maximalwert und damit auch niedriger als bei der vorhergehenden Ausschreibung. Damals betrug das niedrigste Gebot immerhin 8,28 Cent pro Kilowattstunde.
NRW liegt vorn
Regional hat sich eine leichte Verschiebung ergeben. Denn dieses Mal gingen die meisten Zuschläge nicht mehr nach Bayern, sondern nach Nordrhein-Westfalen. Dort bekommen 24 Projekte mit einer Gesamtleistung von 50 Megawatt eine Marktprämie. Damit liegt das Bundesland weiterhin auf einem der vorderen Plätze, auf die sich jetzt auch Niedersachsen geschoben hat. Dort haben zwölf Projekte mit einer Leistung von 17 Megawatt einen Zuschlag erhalten. Auf dem dritten Platz folgt Brandenburg mit neun Zuschlägen für eine Gesamtleistung von 17 Megawatt.