Die evangelische Kirchengemeinde Aldenhoven bei Aachen hat ein 30 Jahre altes Ensemble mit 30 Sozialwohnungen saniert. Mit diesem Projekt haben die Beteiligten gezeigt, dass sich sozialer Wohnungsbau und ein modernes Energiekonzept nicht gegenseitig ausschließen, sondern bedingen. Denn die Handwerker der Firma Solarstrommacher aus Mechernich haben 184 Solarmodule mit einer Leistung von etwa 80 Kilowatt auf das Dach der Wohnanlage montiert. Zusätzlich haben sie einen Batteriespeicher mit einer Leistung von 50 Kilowatt in das System integriert. Dieser kann 97 Kilowattstunden des Sonnenstroms zwischenlagern.
Energiemanagement sorgt für viel Eigenverbrauch
Der Sonnenstrom wird vor allem vor Ort verbraucht, unter anderem für die Wärmepumpe, die die rund 140 Mieter:innen mit Heizwärme und Warmwasser versorgt. Mit einer Leistungsaufnahme von 48 Kilowatt kann sie 100 Kilowatt Wärme liefern. Ein Energiemanagementsystem vernetzt die Photovoltaikanlage mit der Wärmepumpe und dem Batteriespeicher intelligent, um den Eigenverbrauch zu erhöhen, die Energiekosten zu senken und CO2-Emissionen zu reduzieren.
Mit dem Projekt wolle die Kirche den Wandel gestalten, betonen die beiden von der Kirchengemeinde beauftragten Begleiter des Projekts, Ralf Lüddens und Martin Zwerschke. „Dieses Haus steht für das, was wir uns nach der Kohle wünschen: Wärme, Licht und Gemeinschaft, versorgt aus erneuerbaren Quellen“, sagen sie.
Wohnen bezahlbar machen
Auch für den Ökoenergieversorger Green Planet Energy, der das Projekt koordiniert hat, steht die Wohnanlage für den Strukturwandel der Region. „Direkt an der Grenze des ehemaligen Braunkohlegebiets zeigen wir hier, wie Mieter:innen von grüner Energie profitieren“, erklärt Nils Müller, Co-Vorstand bei Green Planet Energy. „Wo früher die Bagger in Sichtweite standen, erzeugen wir heute grünen Strom und nachhaltige Wärme für die Mieter:innen. Mit Solarmodulen auf dem Dach und einer Wärmepumpe plus Batteriespeicher im Vorgarten zeigen wir, dass der Wandel nach der Braunkohle gelingt – sozial, bezahlbar und erneuerbar.“
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65 Prozent Unabhängigkeit
Nils Müller geht davon aus, dass die Haushalte voraussichtlich rund 65 Prozent ihres Strombedarfs mit der Solaranlage und dem Speicher selbst decken und sich zu einem großen Teil unabhängig machen können. Der Superintendent des Kirchenkreises Jülich, Pfarrer Jens Sannig, würdigt das Projekt als einen wichtigen Baustein auf dem Weg zu einer Entlastung der Umwelt, oder mit kirchlichen Begriffen: zur Bewahrung der guten Schöpfung Gottes.