Erneuerbare Energien bei Google bevorzugen
Bei den Preisen für Solarmodule ist kaum Bewegung zu spüren. Es sind nur kleine Korrekturen nach unten. So werden die Standardmodule derzeit durchschnittlich für 13 Cent pro Watt gehandelt. Das ist ein halber Cent weniger als noch vor vier Wochen. Um den gleichen Wert gehen auch die Preise für komplett schwarze Module nach unten. Diese kommen derzeit für 15,5 Cent pro Watt zum Monteur.
Einen Cent weniger verlangen Großhändler und Hersteller für hocheffiziente Module mit modernen Zelltechnologien und einer Effizienz von mindestens 23,5 Prozent. Diese kosten derzeit durchschnittlich 14,5 Cent pro Watt. Auch das ist ein halber Cent weniger als noch vor einem Monat.
Nachfrage derzeit hoch
Diese moderat sinkenden Modulpreise sind umso erstaunlicher, da die Nachfrage vor allem aus dem Dachbereich derzeit hoch ist. Auch die Preise für andere Solarkomponenten sinken leicht, weiß Martin Schachinger, Geschäftsführer des Online-Händlers von Solarkomponenten PV Xchange. Im Batteriebereich ist aber schon die eine oder andere Preiserhöhung angekündigt. „Es bleibt abzuwarten, ob diese letztlich auch durchgesetzt werden kann, beziehungsweise wie lange sie Bestand haben wird“, sagt Martin Schachinger. „Natürlich muss den hohen Energiekosten im fossilen Bereich und der schwierigen Liefersituation auf manchen Schiffsrouten nach Europa Rechnung getragen werden. Dennoch hängen die durchsetzbaren Preise immer mit Angebot und Nachfrage zusammen.“
Denn die Installationsbetriebe sind vorsichtig bei ihren Bestellungen. „Versierte Handwerksbetriebe haben einerseits volle Auftragsbücher bis zum Jahresende und nur noch wenige freie Slots für neue Aufträge. Auf der anderen Seite darf man sich durchaus fragen, wie lange diese angenehme Situation noch trägt“, erklärt Martin Schachinger mit Blick auf die geplanten Gesetzesänderungen, die CDU-Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche durchsetzen will.
Verschlechterungen drohen
Dabei wiegen vor allem die drohende Abschaffung der Vergütung für Strom aus solaren Dachanlagen sowie die neuen Hürden beim Netzanschluss und die Kappung der Einspeiseleistung von Anlagen auf 50 Prozent der installierten Leistung besonders schwer. „Noch sind die Gesetzesentwürfe nicht durch Bundestag und Bundesrat, aber es ist zu befürchten, dass es einige der für die Photovoltaikbranche sehr ungünstigen Regelungen durch die Gremien schaffen und zu Gesetzen werden“, prognostiziert der PV-Xchange-Chef. „Mit diversen Horrorszenarien geht zumindest manche deutsche Solarfirma auf Kundenfang, wodurch sich die aktuell recht üppige Nachfrage erklären lässt. Jeder will seine Projekte noch in diesem Jahr und mit aktueller EEG-Unterstützung realisieren, bevor der wirtschaftliche Betrieb der Erzeugungsanlage bei späterer Inbetriebnahme vielleicht nicht mehr möglich ist. Dies muss, je nach gewähltem Geschäftsmodell, zwar nicht zwingend der Fall sein, scheint aber die vorherrschende Meinung zu sein. Diese Vorzieheffekte dürften aber den Markt so weit verzerren, dass man durchaus schon von einer ungesunden Entwicklung sprechen muss.“
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Denn nach dem Hoch in diesem Jahr droht ein tiefer Fall der Nachfrage im kommenden Jahr, sollten die Regelungen so kommen, wie sie sind. „Das bekommen auch die Großprojektentwickler und Photovoltaikzulieferer zu spüren“, sagt Schachinger mit Blick auf die ersten Insolvenzen, die in der Branche schon die Runde machen. „Durch den partiellen Boom besteht ein hoher Finanzierungsbedarf, der allerdings dank der politisch tolerierten beziehungsweise provozierten Unsicherheit nicht oder nur unzureichend gedeckt werden kann. Banken agieren bei Neuanfragen mittlerweile beinahe übervorsichtig oder ziehen bei laufenden Finanzierungen die Daumenschrauben an.“
Betriebe mit neuen Geschäftsmodellen sind gut aufgestellt
Martin Schachinger führt das auf die wegfallende Sicherheit durch das EEG zurück. „Dies führt ohne gut konstruierte Übergangslösungen zwangsläufig ins Verderben, das kann ich nicht oft genug wiederholen“, warnt er. „Und diese intelligenten Lösungen sind in den vorliegenden Gesetzesentwürfen leider nur schwer erkennbar. Sollte sich an den vorliegenden Gesetzesentwürfen – allen voran an der 50-Prozent-Kappung der Netzeinspeisung – in den kommenden Wochen nichts mehr ändern, werden die bereits kommunizierten Insolvenzfälle nur der Anfang einer erdrutschartigen Entwicklung sein, wie wir sie bisher nur aus der Altmaier-Ära kannten. Da helfen dann auch keine fallenden Komponentenpreise mehr.“
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Sollte es 2027 wirklich zum befürchteten Markteinbruch kommen, werden nur diejenigen Unternehmen übrig bleiben, die flexibel genug sind, mit veränderten Geschäftsmodellen Kund:innen zu gewinnen. „Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und die gesamte CDU-geführte Regierung werden sich dann auf die Fahnen schreiben können, eine ganze Branche ein zweites Mal in die Knie gezwungen und damit der alten Energiewirtschaft die lästige Dezentralisierung vom Hals geschafft zu haben, die ihr ohnehin nur Arbeit macht und Gewinne kostet“, kritisiert Schachinger.