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Expertentipp

Tipps für die Zufriedenheit von Führungskräften

Kein Wunder, dass Unternehmen Auszeichnungen als beste Arbeitgeber anstreben, um nach außen ihre Attraktivität bei Kandidaten zu steigern.

Inhaltsverzeichnis

Die Suche nach dem passenden Arbeitgeber, bei dem man beruflich sein Glück findet, beginnt für Führungskräfte an einer Stelle, an die viele selten oder gar nicht denken: bei sich selbst! Ein bekanntes englisches Sprichwort besagt, dass es zwei Leute braucht, um Tango zu tanzen. Und das gilt auch für die Wahl des Unternehmens, bei dem man eine neue Position anstrebt. Es ist nämlich wesentlich einfacher, ein Unternehmen zu finden, das zur eigenen Persönlichkeit passt als seine eigene Persönlichkeit so lange zu verformen, bis sie den Anforderungen des Unternehmens entspricht. Außerdem wäre letzteres der direkte Weg zum Unglücklich-sein.

Zufriedenheit entsteht vor allem dann, wenn man mit hoher Motivation an seine Aufgaben geht. Deshalb sollte man sich zuerst darüber im Klaren sein, was einen motiviert. Ist es die Entwicklung neuer Strategien, das flexible Agieren mit großen Gestaltungsmöglichkeiten auf neuen Geschäftsfeldern und Märkten oder die konsensorientierte Ausführung von Strategien im Team mit regelmäßigem Feedback aus dem Top Management? Wer weiß, was ihn besonders motiviert, findet eher die passende Aufgabe, die ihn über einen längeren Zeitraum motiviert und zu Höchstleistungen anspornt. Der eine hält gerne die Zügel in der Hand und fühlt sich besonders wohl, wenn er einen Unternehmensbereich sanieren und neu aufstellen kann. Ein anderer geht gerne neue Wege und ist in seinem Element, wenn er einen neuen Geschäftsbereich oder Auslandsmarkt aufbauen kann. Und dann gibt es Führungskräfte, die in Konzernen mit etablierten Strukturen und Prozessen besonders gut zurechtkommen.

Neben der Motivation trägt auch ein realistisches Selbstbild über die eigenen Stärken und Schwächen maßgeblich zur Zufriedenheit bei, weil man sich dann die zu den eigenen Fähigkeiten passende Herausforderung sucht. Dabei kommt es nicht allein auf vorhandene Kompetenzen, sondern auch auf Potentiale an, die in einem schlummern. Aus diesem Grund ist die Eignungsdiagnostik nicht nur ein Instrument, das Unternehmen bei der Auswahl von Führungskräften hilft. Auch die getesteten Kandidaten selbst haben so die Chance, über das Feedback-Gespräch mehr über ihre Persönlichkeit zu erfahren und ihr Selbstbild dem vorhandenen Potenzial anzugleichen. Sicherheitsorientierte Manager sind nun einmal selten starke Innovatoren, agile Gestalter haben eher Schwierigkeiten, in festen Prozessen und engen Handlungskorridoren zu agieren.

Streitbares Management oder Ausrichtung auf Konsens?

Neben Motivation und Können gibt es noch einen dritten Faktor, den es zu berücksichtigen gilt: das direkte Umfeld im Unternehmen. Jeder Konzern oder Mittelständler hat seine Geschichte, Kultur und Werte. Als Kandidat sollte man sich der eigenen Werte bewusst sein, um auch hier die passende Auswahl zu treffen. Als streitbarer Manager mit sehr klarer und direkter Kommunikation findet man in einem auf Konsens ausgerichteten Unternehmen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht sein Glück. Wer zudem großen Wert auf Zeit für Familie und Freunde legt oder sich in einer bestimmten Stadt oder Region zu Hause fühlt, sollte sich gut überlegen, für den nächsten Karriereschritt umzuziehen oder zwischen zwei Orten zu pendeln. Ein höheres Gehalt sorgt erfahrungsgemäß nur kurze Zeit für mehr Zufriedenheit, die richtige Aufgabe und das passende Umfeld wirken dagegen langfristig.

Der Autor dieses Artikels, Volker Schulz, ist Director Board & Executive bei der Unternehmensberatung Mercuri Urval.

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