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Speichermarkt in den USA

Zubau von Großspeichern geht munter weiter

Der Zubau von großen Stromspeichern zur Netzstabilisierung in den USA geht auch in diesem Jahr in vollen Zügen weiter. Wie die Marktanalysten von GTM Research herausgefunden haben, wurden im ersten Quartal fast genau so viele Anlagen errichtet wie im vierten Quartal des vergangenen Jahres. Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres stieg der Zubau sogar um satt 944 Prozent.

Konkret haben die Versorger und Netzbetreiber in den Vereinigten Staaten in den ersten drei Monaten dieses Jahres Großspeicheranlagen im Megawattbereich mit einer gesamten Speicherkapazität von 233,7 Megawattstunden errichtet. Ein Quartal zuvor waren es 238,5 Megawattstunden Speicherkapazität, die die Installateure in den USA in diesem Segment der Netzspeicher aufgebaut haben. In den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres wurden Speichersysteme mit einer Gesamtkapazität von 22,4 Megawattstunden installiert.

Neuer Rekord erwartet

Dabei ist auffällig, dass in den vergangenen drei Jahren das erste Quartal eines jeden Jahres immer das schlechteste war, was den Ausbau von Großspeichern betrifft. Sollte diese Marktentwicklung anhalten, könnte in diesem Jahr ein neuer Rekord der Speicherinstallationen erreicht werden – zumindest was die Speicherkapazität betrifft. Denn die Leistung der neu installierten Speicher hat sich im Vergleich zum vorhergehenden Quartal etwa halbiert. Immerhin wurde mehr Speicherleistung neu errichtet als noch im ersten Quartal des vergangenen Jahres. Der größte Markt für Speicherkraftwerke ist Kalifornien, gefolgt von Hawaii und Arizona.

Zubau fast verdreifacht

Insgesamt bleibt – wie in den vergangenen Jahren – das Segment der großen Speicherkraftwerke der Markttreiber in den USA. Die Nachfrage nach Speichern, die hinter dem Zähler in den Gebäuden neu installiert werden, ist sehr übersichtlich. Im Vergleich zum vorhergehenden Quartal ist die neu installierte Leistung von Haus- und gewerblichen Speicherlösungen um 22 Prozent gesunken. Insgesamt bleiben die Speicher, die in Gewerbebetrieben und Unternehmen installiert werden, das Sorgenkind der amerikanischen Speicherbranche. Denn in diesem Segment gingen die Neuinstallationen im Vergleich zum vierten Quartal des Jahres 2016 um 26 Prozent zurück. „Der größte Teil dieses Rückgangs ist auf den Markt für gewerbliche Speicher in Kalifornien zurückzuführen, wo die Kunden auf die nächste Phase des Förderprogramms für den Eigenverbrauch warten“, wissen die Analysten von GTM Research. Die Nachfrage nach kleinen Hausspeichern sank hingegen nur um fünf Prozent. So haben die Installateure im vierten Quartal insgesamt eine Speicherleistung von 140,8 Megawatt neu errichtet – inklusive der großen Speicher zur Netzstabilisierung. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden 71 Megawatt neu aufgebaut – ein Rückgang um etwa 50 Prozent. Im Vergleich zum ersten Quartal des vergangenen Jahres hat die Nachfrage nach Speichern in den USA kräftig angezogen. Der Zubau ist von mageren 18,9 Megawatt um 276 Prozent gestiegen.

Markt erreicht ein Volumen von 3,2 Milliarden Dollar

Für das laufende Jahr erwarten die Analysten einen Zubau von 395 Megawatt Speicherleistung über alle Segmente, wobei die Großspeicher weiter den größten Teil der Neuinstallationen ausmachen. Das wäre eine Steigerung um gut 87 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als 211 Megawatt Speicherleistung neu errichtet wurde. Der Markt wird auch in den kommenden Jahren weiter wachsen und bereits 2019 die Gigawatt-Marke überspringen. Für 2022 erwarten die Analysten einen Zubau von 2,567 Gigawatt Speicherleistung. Damit würde der Markt in den kommenden fünf Jahren von derzeit 618 Millionen auf satte 3,189 Milliarden US-Dollar steigen.

35 Gigawatt bis 2025 ist das Ziel

Der amerikanische Speicherverband Energy Storage Association (ESA) geht davon aus, dass bis 2025 insgesamt 35 Gigawatt Speicherleistung in den USA installiert sind. Dieses Ziel hat zumindest Matt Roberts im April dieses Jahres ausgegeben. Er begründet seinen Optimismus mit den sinkenden Kosten, die Speicher auch ohne irgendwelche Förderungen oder Unterstützungen wirtschaftlich machen. Dazu kommen noch die Änderung der Marktregularien, die Speichern einen Zugang zum Energiemarkt ermöglichen. Außerdem rücken Speicher angesichts der steigenden Wirtschaftlichkeit bei den Versorgern und Endkunden immer weiter ins Blickfeld, erklärt Roberts.

Projekte und Regeln

Weiterhin der größte Markt wird Kalifornien bleiben. So hat die Kalifornische Aufsichtsbehörde für öffentliche Versorgungsunternehmen (California Public Utilities Commission – CPUC) das Ziel ausgegeben, 500 Megawatt mehr dezentrale Erzeugungsanlagen zu errichten. Das wird ohne Speicher nicht gehen. Auch einige Versorger in Kalifornien haben Speicherprojekte angestoßen. Auch in Hawaii wird der Zubau weitergehen. So hat die Kauai Island Utility Cooperative, eine Energiegenossenschaft auf der Insel Kauai, den Bau eines Speicherkraftwerks mit 13 Megawatt Leistung und einer Kapazität von 52 Megawattstunden fast fertiggestellt. Auch andere Bundesstaaten wie Washington, Nevada und Maryland wollen den Ausbau von Großspeichern weiter vorantreiben. In Virginia sollen bis 2025 Speicher mit einer Gesamtleistung von 10 Megawatt installiert werden. New York wird 15,5 Millionen Dollar in ein Demonstrationsprojekt zur Stromspeicherung stecken und die Modernisierung des Netzes in Indiana beinhaltet auch ein Solarkraftwerk mit einer Leistung von vier Megawatt, das mit einem Speochersystem von einem Megawatt gekoppelt wird. (Sven Ullrich)