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Foto: BWP
Die Neuinstallationen von Wärmepumpen haben im vergangen Jahr einen riesigen Sprung gemacht.

Neue Zahlen vom BWP

Wärmepumpenmarkt in Deutschland wächst um 40 Prozent

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland etwa 120.000 Wärmepumpen neu installiert – ein Viertel davon in Bestandsgebäuden. Die Energiewende im Heizungskeller nimmt Fahrt auf.

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 120.000 neue Heizungswärmepumpen installiert. Das entspricht einem Wachstum um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als noch etwa 86.000 Heizungswärmepumpen installiert wurden, wie der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) berichtet. „Diese Entwicklung macht zum einen deutlich, dass die staatlichen Fördermaßnahmen für umweltschonende Heizungssysteme gut angenommen werden – ein schöner Erfolg auch für das Klimaprogramm der Bundesregierung“, erklärt Paul Waning, Vorstandsvorsitzender des BWP. Zum anderen mache das sprunghafte Wachstum auch deutlich, dass die Wärmepumpenbranche den klimatechnischen Herausforderungen der kommenden Jahre gewachsen sei.

Luft-Wasser-Wärmepumpe hat die Nase vorn

Wie in den vergangenen Jahren erfreut sich die Luft-Wasser-Wärmepumpe immer noch größter Beliebtheit. Immerhin 95.500 Geräte wurden 2020 neu installiert. Das ist ein Plus von 44 Prozent im Vergleich zu 2019. In diesem Segment haben weiterhin die Monoblockgräte mit 56.500 Neuinstallationen die Nase vorn. Das sind 61 Prozent mehr als 2019. Einen Zuwachs von immerhin 26 Prozent konnten die Anbieter von Splitgeräten verbuchen. Davon installierten die Monteure im vergangenen Jahr 39.000 Stück. Auch der Absatz von erdgekoppelten Systemen konnte im vergangenen Jahr zulegen, nachdem er im Jahr 2019 rückläufig war. Der Anteil am Wärmepumpenmarkt liegt aber weiterhin mit 20,6 Prozent weit hinter dem der Luft-Wasser-Geräte. 2020 wurden 20.500 erdgekoppelte Wärmepumpen errichtet, was ein Marktwachstum von 18 Prozent bedeutet. Dazu kommen noch 4.000 Grundwasserwärmepumpen.

Wärmepumpe kommt im Bestand an

Als positiven Trend sieht der Verband aber vor allem, dass die Wärmepumpe auch im Gebäudebestand immer mehr ankommt. Auf der Basis der Zahlen der Förderanträge die beim BAFA eingegangen sind, leistet der BWP ab, dass ein Viertel der 2020 neu installierten Wärmepumpen im Tausch gegen eine alte Ölheizung montiert wurden. Das sind immerhin etwa 30.000 Anlagen.

Eine Million Geräte installiert

Damit sind in Deutschland inzwischen mehr als eine Million Wärmepumpen installiert. Doch der Zubau muss schneller gehen, wenn Deutschland seine Klimaschutzziele im Gebäudesektor erreichen will. Unter Verweis auf Studien des BDI und von Agora Energiewende müssten dazu in diesem und im nächsten Jahr noch einmal eine Million Geräte installiert werden. Deshalb sei es vor allem vor dem Hintergrund der bevorstehenden Bundestagswahlen entscheidend, dass die Weichen für eine konsequente Umsetzung der Wärmewende schnell gestellt werden.

Zu hohe Strompreise bremsen

Dazu verweist der BWP auf die Strompreise, die für die Wärmepumpenbetreiber noch viel zu hoch seien. „Die neue Bundesregierung muss die grundlegende Neustrukturierung der Abgaben und Umlagen auf Energieträger weiter vorantreiben“, fordert deshalb Waning. „Es bedarf dringend eines alternativen Finanzierungsmodells für die EEG-Umlage, die derzeit allein vom Endkunden getragen wird. Insbesondere Strom, der für die Erzeugung von klimaschonender Wärme mit Wärmepumpen zum Einsatz kommt, sollte für den Verbraucher zeitnah von Abgaben und Umlagen befreit werden.“ Der in diesem Jahr eingeführte Preis für den CO2-Ausstoß sei für eine gerechte Verteilung der Abgaben auf Energieträger bei weitem nicht ausreichend.

Ausbildung von Fachkräften ist notwendig

Zusätzlich müssen die Handwerker geschult werden. Denn nur eine fachgerechte Installation ist Voraussetzung für einen langfristigen Umstieg von fossilen Heizungen auf Wärmepumpen, die mit Ökostrom – entweder aus der Photovoltaikanlage auf dem Dach oder aus dem Netz – betrieben werden. „Um die Qualität beim Einbau von Wärmepumpen auch angesichts der steigenden Nachfrage gewährleisten zu können, wird eine ausreichende Zahl an Fachkräften im SHK- und Brunnenbausektor benötigt, damit die Wärmewende nicht ausgebremst wird“, mahnt Martin Sabel, Geschäftsführer des BWP. „Es gibt ein großes Potential an Handwerksbetrieben, die sich bislang noch nicht oder nicht intensiv mit Wärmepumpen auseinandergesetzt haben, sich aber mit begrenztem Aufwand die notwendige Sachkunde aneignen können.“ Zusammen mit dem VDI organisiert der BWP deshalb unter anderem schon seit 2018 ein Schulungsprogramm zur sachkundigen Planung und Installation von Wärmepumpensystemen. Zielgruppe sind SHK-Fachbetriebe, Planer und Berater.

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