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Recycling

Was passiert eigentlich mit kaputten, alten Windturbinen?

Die neue Industrievereinigung Repowering, Demontage und Recycling von Windenergieanlagen greift ein zunehmend wichtiges Thema auf.

Nicole Weinhold

Die neue gegründete Vereinigung RDR Wind arbeitet an Standards für die Demontage von Windkraftanlagen. Basis ist das Forschungsprojekt Demonet XXL des Instituts für Integrierte Produktion Hannover (IPH). Hier haben zehn Unternehmen, darunter die Hagedorn GmbH und Veolia Umweltservice West, in den vergangenen drei Jahren gemeinsam an dem Thema gearbeitet und schließlich die Industrievereinigung Repowering, Demontage und Recycling von Windenergie­anlagen (RDR Wind) gegründet. Die Vereinigung will die Verbreitung neuer professioneller Anwendungen und nachhaltiger Prozesse, Standards und Normen fördern.

2021 fallen rund 5.000 Windturbinen aus der Förderung

Das Thema wird zunehmend wichtig, denn im Jahr 2021 fallen rund 5.000 Windkraftanlagen in Deutschland nach 20 Jahren aus der Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Bis Ende 2025 folgen weitere 8.000 Anlagen. Wenn kein Weiterbetrieb möglich ist, müssen die Windkraftanlagen stillgelegt und demontiert werden. Die Bestandteile der Windkraftanlagen werden dabei auf ihre Wiederverwertbarkeit überprüft und gelangen ins Recycling.

Martin Westbomke, Projektingenieur am IPH und erster Vorsitzender der Vereinigung, hat im Rahmen des Forschungsprojekts Demonet XXL ein Wirkmodell entwickelt, um einen zeit- und damit auch kosteneffizienten Rückbau zu ermöglichen. Daraus hat ein Netzwerk aus Repowering- und Demontage-Experten Handlungsempfehlungen für den Rückbauprozess erarbeitet.

Kreislaufwirtschaft, Gesundheit und Umwelt in der Demontage

Nach Abschluss des Forschungsprojekts haben sich Ende 2018 zehn der beteiligten Unternehmen zur RDR Wind zusammengeschlossen, um den branchenübergreifenden Austausch zu fördern. Sie fungiert als Plattform für Projektentwickler, Wartungs- und Serviceunternehmen, Demontage- und Recyclingunternehmen und Dienstleister, die in der Windenergiebranche tätig sind. Kreislaufwirtschaft, Gesundheit, Sicherheit und Umwelt in der Demontage sind Themen, die RDR Wind nun branchenübergreifend bearbeitet. Zudem findet ein Austausch mit den nationalen und europäischen Partnerorganisationen statt. Ziel ist es, 2019 das erarbeitete Know-how zu einem DIN-Standard für eine nachhaltige Demontage von Windkraftanlagen zusammenzuführen.

Martin Westbomke erklärt, der Rückbau und das Recycling von Windenergieanlagen seien komplexe Projekte, bei denen viele Herausforderungen gemeistert werden müssten. „In der Demontagevorbereitung müssen unter anderem die notwendigen Genehmigungen eingeholt werden, der intakte Zustand der Zuwegung und der Kranstellflächen muss gewährleistet sein und die Anlagendokumentation muss in ausreichender Form bereitgestellt werden.“

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Zehn Unternehmen der Windenergiebranche haben im Dezember 2018 eine Industrievereinigung zum Thema Rückbau gegründet. Ziel des Vereins Repowering, Demontage und Recycling von Windenergieanlagen (RDRWind e.V.) ist es, Standards für den nachhaltigen Rückbau von Windenergieanlagen zu etablieren.

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