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EWE und Verbund gründen Joint Venture für Wasserstoff-Hub in Norddeutschland

Die EWE AG und die Verbund AG entwickeln gemeinsam das Projekt CHC Elektrolyse JadeWeser in der Wesermarsch. Die beiden Energieunternehmen bündeln ihre Kompetenzen in einer eigenständigen Projektgesellschaft. Die Anlage soll an das zukünftige Wasserstoff-Kernnetz angebunden werden und könnte ab dem Jahr 2032 grünen Wasserstoff für Industrie, Mobilität und den Energiesektor bereitstellen. Durch die Kombination aus Erzeugung, Speicherung und Netzanbindung entstehe ein Projekt mit strategischer Bedeutung für den Wasserstoffhochlauf in Deutschland und Europa, erklären die Unternehmen.

Die Etablierung des Joint Ventures durch die EWE Hydrogen GmbH und die Verbund Green Hydrogen GmbH erfolge in einer Phase der zunehmenden Marktkonsolidierung. Nach den ersten Jahren des Markthochlaufs zeige sich, dass insbesondere Projekte erfolgreich umgesetzt werden können, die neben technologischer Kompetenz über belastbare Infrastruktur, gesicherte Standorte, starke Finanzierungspartner und konkrete Vermarktungsperspektiven verfügen.

Kompetenzen entlang der Wertschöpfungskette gebündelt

EWE und Verbund bündeln für das gemeinsame Vorhaben ihre komplementären Kompetenzen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Gemeinsam verfügen die Partner bereits heute über Wasserstoffprojekte mit einer Leistung von rund 400 Megawatt, die sich in Umsetzung oder bereits im Betrieb befinden. Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE AG, betont: „Mit dem Joint Venture schaffen wir die Grundlage für die Umsetzung eines der strategisch wichtigsten Wasserstoffprojekte in Norddeutschland. Für einen erfolgreichen Markthochlauf sind aber weiterhin regulatorische Anpassungen notwendig, wie zum Beispiel die RFNBO-Vorgaben der EU. Darüber hinaus braucht es aber auch starke Partnerschaften."

Das Projekt Elektrolyse JadeWeser ist ein zentrales Element der gemeinsamen Wasserstoffstrategie beider Unternehmen und konsequent europäisch ausgerichtet. Durch die Anbindung an das deutsche Wasserstoff-Kernnetz sowie die perspektivische Einbindung in zukünftige europäische Wasserstoff-Korridore leistet das Vorhaben einen Beitrag zur Versorgungssicherheit, zur Integration europäischer Energiemärkte und zur Erreichung der europäischen Klimaziele.

Produktion auf Basis erneuerbarer Energien

Gleichzeitig stärke die Produktion von grünem Wasserstoff auf Basis heimischer erneuerbarer Energien die europäische Autarkie und reduziert langfristig die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten. Damit unterstütze das Projekt die Entwicklung eines resilienten, souveränen und wettbewerbsfähigen europäischen Energiesystems.

Michael Strugl, CEO der Verbund AG, erklärt: „Die Energiewende braucht leistungsfähige europäische Partnerschaften. Mit dem Joint Venture bündeln wir die Stärken zweier etablierter Energieunternehmen und schaffen die Voraussetzungen für eine sichere und wettbewerbsfähige Versorgung mit grünem Wasserstoff. JadeWeser ist für uns ein wichtiger Baustein einer künftig europäischen Wasserstoffwirtschaft."

Die Stärke des Projekts liege in seiner Standort- und Infrastrukturqualität. Prädestinierte Flächen im südlichen Stadtgebiet von Nordenham in der Wesermarsch sind langfristig gesichert. In unmittelbarer Nähe befinden sich ein leistungsfähiger 380-Kilovolt-Netzanschluss mit Ausbauperspektive bis in den Gigawattbereich sowie das zukünftige Wasserstoff-Kernnetz.

Zugang zu Kavernenspeichern als Vorteil

Hinzu kommen eine gesicherte Wasserverfügbarkeit, bestehende Industrieinfrastruktur sowie die Nähe zu wichtigen Industrie-, Mobilitäts- und Importkorridoren, wie etwa der künftigen Autobahn A20. Ein Vorteil sei zudem der Zugang zu Wasserstoff-Kavernenspeichern beziehungsweise die unmittelbare Nähe zu entsprechenden Speicherinfrastrukturen. Dadurch kann Wasserstoff künftig flexibel gespeichert und bedarfsgerecht bereitgestellt werden. Jost Ahrens, Geschäftsführer der Verbund Green Hydrogen GmbH, sagt: „Mit dem Projekt JadeWeser entsteht eines der infrastrukturell am besten positionierten Wasserstoffprojekte Europas. Der Standort steht dabei sinnbildlich für die energiewirtschaftliche Transformation in Europa: Neben einem ehemaligen Kernkraftwerk entsteht ein industrieller Knotenpunkt für die Produktion von grünem Wasserstoff."

Tobias Moldenhauer, Geschäftsführer der EWE Hydrogen GmbH, betont: „Mit CHC Elektrolyse JadeWeser können wir unseren Beitrag zum Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoffwirtschaft leisten und die Entwicklung eines großskaligen Wasserstoffprojekts gemeinsam aktiv vorantreiben." Für Projekte mit langen Entwicklungs- und Investitionszyklen seien verlässliche regulatorische, wirtschaftliche und infrastrukturelle Rahmenbedingungen entscheidend.

Stabile Rahmenbedingungen gefordert

Dazu zählten insbesondere die Strombezugskosten und die aktuelle Mehrbelastung durch RFNBO-Vorgaben, Netzentgelte und indirekte Emissionskosten. Gleichzeitig brauche es Anreize für die wettbewerbsfähige Nutzung von Wasserstoff in der Industrie, beispielsweise durch geeignete Instrumente zur Kompensierung der Differenzkosten. Moldenhauer ergänzt: „Der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft ist kapitalintensiv, langfristig angelegt und gerade im Markthochlauf mit unterschiedlichen Risiken verbunden. Umso wichtiger sind verlässliche strategische Partnerschaften. Mit Verbund haben wir einen Partner an unserer Seite, der unsere Überzeugung teilt: Grüner Wasserstoff wird ein zentraler Baustein für die Dekarbonisierung der Industrie."

Das Joint Venture soll die Voraussetzungen für eine wirtschaftliche und sichere Wasserstoffversorgung schaffen. Die Kombination aus technologischer Kompetenz, gesicherter Infrastruktur und strategischer Partnerschaft bildet die Grundlage für die Realisierung des Projekts. Mit der geplanten Inbetriebnahme ab 2032 könnte das Projekt einen wesentlichen Beitrag zur Etablierung einer europäischen Wasserstoffwirtschaft leisten.