Erneuerbare Energien bei Google bevorzugen
Geopolitische Unsicherheiten verdeutlichen die strukturelle Abhängigkeit von fossilen Energieimporten in Europa und Deutschland: Knapp 60 Prozent des europäischen Energiebedarfs werden durch Importe gedeckt – überwiegend in Form von Öl und Erdgas und zu großen Teilen aus geopolitisch sensiblen Regionen. Diese Abhängigkeit reduziert die Resilienz der europäischen Energiesysteme erheblich und macht sie anfällig für politische Konflikte, Marktverwerfungen und Preisschocks. Infolge der russischen Invasion der Ukraine entstanden allein zwischen 2021 und 2024 zusätzliche Kosten von rund 930 Milliarden Euro für fossile Brennstoffimporte in Europa.
Grüner Wasserstoff bietet gleich mehrere Hebel, um die Energieabhängigkeit zu reduzieren und die Versorgungssicherheit zu stärken. Auf nationaler Ebene kann jedes Land grünen Wasserstoff selbst produzieren und damit die Integration erneuerbarer Energien vorantreiben. Beispielsweise lassen sich durch die Nutzung von Überschussstrom für Elektrolyse, sowie die damit einhergehende Reduktion von Redispatch-Aufwänden, Systemkosten senken. Für die Jahre 2023 bis 2025 lagen diese nach Zahlen der Bundesnetzagentur bei 400 bis 600 Millionen Euro. Regionen mit günstigen erneuerbaren Ressourcen können auf dem inner-europäischen Markt Wasserstoff für industrielle Zentren in anderen EUR-Ländern bereitstellen und so einen stabilen Binnenmarkt aufbauen. Neue Exportländer wie Kanada, Indien, Marokko oder Chile treten in den globalen Energiemarkt ein und tragen so zur Diversifizierung und zur Verringerung einseitiger Abhängigkeiten bei.
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„Die vergangenen Jahre haben deutlich gemacht, wie verwundbar Europas Energiesystem durch externe Abhängigkeiten ist. Energiepolitik ist längst auch Sicherheitspolitik“, betont Michael Meister, CEO von Quest One. „Eine nachhaltige Lösung kann nur darin bestehen, Energie stärker in Europa selbst zu erzeugen und Wertschöpfung hier zu halten.“ Nach Ansicht des Wasserstoffunternehmens braucht es dafür jedoch verlässliche politische Rahmenbedingungen. Die Verabschiedung der THG-Quote im Rahmen der EU-Richtlinie RED III (Renewable Energy Directive III) sei ein wichtiger erster Schritt gewesen, nach dem es jetzt aber weitere Signale brauche. Diese fünf Maßnahmen sollen den Markthochlauf beschleunigen.
1. Netzentgelte langfristig attraktiv gestalten
Elektrolyseure sollen auch nach 2029 von Netzentgelten entlastet werden. Zusätzlich brauche es eine Vergütung für netzdienlichen Betrieb. Werden Elektrolyseure gezielt dann eingesetzt, wenn viel erneuerbarer Strom verfügbar ist, können sie Netzengpässe reduzieren und die Systemkosten senken.
2. Monatliche Korrelation statt Hourly Matching beibehalten
Ab 2030 soll auf EU-Ebene eine stundengenaue Abstimmung zwischen erneuerbarer Stromerzeugung und Wasserstoffproduktion gelten. Diese Vorgabe sei für zu restriktiv. Das Unternehmen plädiert dafür, die bisherige monatliche Korrelation beizubehalten. Dadurch könnten Elektrolyseure mit höheren Auslastungen betrieben werden, was Investitionen wirtschaftlicher machen und den Ausbau der Wasserstoffwirtschaft erleichtern würde.
3. Zusätzlichkeitskriterium lockern
Nach derzeitigen EU-Regeln soll grüner Wasserstoff künftig nur noch mit Strom aus neu errichteten erneuerbaren Anlagen produziert werden. Dieses Zusätzlichkeitskriterium verteuere Projekte und verlängere Planungszeiten, so der Elektrolyseurhersteller. Stattdessen sollten auch bestehende Wind- und Solaranlagen genutzt werden dürfen. Das würde insbesondere älteren Anlagen nach dem Ende ihrer Förderung neue Absatzmöglichkeiten eröffnen und den flexiblen Einsatz von Elektrolyseuren erleichtern.
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4. „Made in EU“ konsequent stärken
Europa soll seine technologische Souveränität im Bereich Wasserstoff ausbauen. Quest One fordert deshalb, den Ansatz „Made in EU“ stärker in Gesetzen und Förderprogrammen zu verankern. Eine stärkere europäische Wertschöpfung bei Elektrolyseuren und anderen Schlüsseltechnologien könne Abhängigkeiten von geopolitisch unsicheren Lieferketten verringern und die Resilienz kritischer Infrastruktur erhöhen.
5. Standards und Innovation für mehr Investitionssicherheit fördern
Neben wirtschaftlichen Anreizen seien auch technische Standards entscheidend. Dabei ginge es unter anderem um Themen wie Gasreinheit, Stack-Durchlässigkeit und die sichere Auslegung von Sauerstoffabscheidern. Klare Qualitäts- und Sicherheitsstandards sollen Investoren Planungssicherheit geben, Vertrauen schaffen und den zuverlässigen Betrieb von Wasserstoffanlagen unterstützen.