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Weltkatastrophenbericht

Zahl der klimabedingten Naturkatastrophen nimmt zu

DRK-Weltkatastrophenbericht: 2019 waren 77 Prozent der Naturkatastropen durch den Klimawandel befördert.

Inhaltsverzeichnis

Buschfeuer in Australien, eine Heuschreckenplage am Horn von Afrika, ein gigantischer Waldbrand in Osttimor und eine Hitzewelle in Mitteleuropa: Allein 2019 gab es weltweit 308 Naturkatastrophen. 77 Prozent davon waren klimabedingt, 24.396 Menschen kamen ums Leben, 97,6 Millionen Menschen waren insgesamt betroffen. Das geht aus dem Weltkatastrophenbericht 2020 der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) hervor, der heute veröffentlicht wurde.

DRK: Klimawandel größere Herausforderung als Corona-Pandemie

„Die Zahl der wetterbedingten Naturkatastrophen ist in den vergangenen 30 Jahren um 35 Prozent gestiegen“, sagt der Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Christian Reuter. Aufgrund der globalen Erwärmung träten Wetterextreme wie Überschwemmungen, Stürme und Hitzewellen immer häufiger auf, ihr Ausmaß werde immer fataler, warnt Reuter. Die Weltgemeinschaft müsse daher dringend gemeinsam wirkungsvolle Maßnahmen umsetzen, um die Erderwärmung zu stoppen. „Der Klimawandel ist langfristig eine größere Herausforderung als die Coronavirus-Pandemie“, warnt Reuter.

Extremes Wetter trifft oft die ärmensten Länder

Maßnahmen zum besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels müssten laut Weltkatastrophenbericht vor allem die Menschen erreichen, die besonders betroffen sind. Überdurchschnittlich oft treten Extremwetterereignisse in Ländern mit niedrigem Durchschnittseinkommen auf. Um Gemeinden besser vor der zunehmenden Bedrohung durch Wetterextreme zu schützen, müssten lokale Strukturen gestärkt und nachhaltige Investitionen in die Katastrophenvorsorge getätigt werden.

Um auf drohende Naturkatastrophen schon im Vorfeld besser reagieren zu können, hat das DRK zusammen mit IFRC und dem Rotkreuz-Rothalbmond-Klimazentrum ein vorausschauendes Konzept für humanitäre Hilfe entwickelt. Ziel ist es, anhand von Wetterdaten drohende Extremwetterereignisse besser vorherzusagen, ihre Auswirkungen zu minimieren und Menschenleben zu schützen. Wirkliche Abhilfe können allerdings nur effiktive Klimaschutzmaßnahmen schaffen.

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