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Offshore

RWE tauft Victoria Mathias

Noch im Juni will RWE Innogy mit dem Bau des Offshore-Windparks Nordsee Ost rund 30 Kilometer nördlich von Helgoland beginnen. Das firmeneigene Schiff, das dabei zum Einsatz kommen wird, ist jetzt in Bremerhaven auf den Namen Victoria Mathias getauft worden.

Victoria Mathias
 - Das firmeneigene Installationsschiff von RWE Innogy Victoria Mathias soll im Juni mit dem Bau des Offshore-Windparks Nordsee Ost beginnen.
Das firmeneigene Installationsschiff von RWE Innogy Victoria Mathias soll im Juni mit dem Bau des Offshore-Windparks Nordsee Ost beginnen.
Anne-Katrin Wehrmann

Das Installationsschiff ist 100 Meter lang, 40 Meter breit und hat eine nutzbare Deckfläche von 2.900 Quadratmetern. Nach Angaben von RWE ist es das weltweit erste seiner Klasse, das bis zu vier Windturbinen der Multi-Megawattklasse gleichzeitig transportieren kann. Mit der ungewöhnlichen Namensgebung will der Essener Energieversorger eine Brücke von der Vergangenheit des Kohlebergbaus in die Zukunft der erneuerbaren Energien schlagen: Victoria Mathias hatte einst eine große RWE-Zeche im Ruhrgebiet geheißen.

Der auf der südkoreanischen DSME-Werft gefertigte Neubau kann nicht nur als Schiff, sondern auch als Arbeitsplattform genutzt werden: Dafür verfügt die Victoria Mathias über vier jeweils 78 Meter lange ausfahrbare Hubbeine, die ihr bei den Installationsarbeiten auf hoher See festen Stand in Wassertiefen von mehr als 40 Metern ermöglichen. Allerdings hatten sich voriges Jahr bei Belastungstests Qualitätsmängel am hydraulischen Hubsystem gezeigt: Die verwendeten Stahlzylinderkomponenten eines deutschen Zulieferers hatten sich als spröde und damit ungeeignet erwiesen.

Im Rahmen der ohnehin geplanten Endausrüstung auf der Bremerhavener Lloyd Werft sind die fehlerhaften Teile mittlerweile ausgetauscht worden – sobald die letzten Tests erfolgreich abgeschlossen sind, soll die Jack-up-Barge nun ihren Dienst aufnehmen.

Netzanschluss bleibt offene Größe

Wegen der Probleme am Hubsystem waren die Victoria Mathias und ihr baugleiches Schwesterschiff Friedrich Ernestine erst im Februar und damit einige Monate später als ursprünglich geplant in Deutschland eingetroffen. „Trotzdem hängen wir bisher kaum im Zeitplan, weil wir einen ordentlichen Puffer eingeplant hatten“, erläuterte Hans Bünting, designierter Vorstandsvorsitzender von RWE Innogy, am Rande der feierlichen Taufzeremonie. Mehr Kopfschmerzen bereitet den Verantwortlichen da schon die Ankündigung von Netzbetreiber Tennet, den 295-Megawatt-Park Nordsee Os“ nicht innerhalb der vereinbarten Frist ans Stromnetz anschließen zu können. Sein Unternehmen stehe in ständigem Kontakt zu Tennet und passe die Planungen laufend an, so Bünting. Wann die Netzanbindung tatsächlich fertiggestellt werde, lasse sich derzeit nicht sagen.

RWE selbst rechnet damit, die Bauarbeiten an dem Windpark, der jährlich rund 295.000 Haushalte mit Strom versorgen soll, im Verlauf des kommenden Jahres abschließen zu können. Wegen des fehlenden Anschlusses sollen zunächst nur die Jacket-Fundamente gesetzt werden, bevor zu einem späteren Zeitpunkt die 48 Repower-Turbinen der 6-Megawatt-Klasse folgen. Die Victoria Mathias kann jeweils zwei Jackets gleichzeitig transportieren und wird voraussichtlich alle acht Tage ihren Basishafen Bremerhaven ansteuern, um Nachschub zu holen.

Schwesterschiff Friedrich Ernestine war bereits 2011 in Südkorea getauft worden und wird derzeit ebenfalls auf der Lloyd Werft auf ihren ersten Einsatz im Windpark Gwynt y Môr (576 Megawatt) vor der walisischen Küste vorbereitet. Insgesamt hat RWE Innogy rund 200 Millionen Euro in die beiden Installationsschiffe investiert.

(Anne-Katrin Wehrmann)

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