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03.06.2015

E-Mobilität

Voilà - der typische Nutzer von Stromfahrzeugen ist gefunden

51 Jahre alt, männlich, gebildet, technikaffin und umweltbewusst - das ist der typische Nutzer eines Elektroautos. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat jetzt die Ergebnisse einer Umfrage unter mehr als 3.000 Haltern eines Stromers vorgestellt. Nach Angaben des Instituts ist es die größte und umfangreichste, die bislang in Deutschland unter Erstnutzern durchgeführt wurde.

Elektromobilität
 - Die Berliner Verkehrsforscher fanden heraus, dass 84 Prozent der privaten Nutzer die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs weiterempfehlen würde.
Die Berliner Verkehrsforscher fanden heraus, dass 84 Prozent der privaten Nutzer die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs weiterempfehlen würde.
Foto: ClipDealer GmbH

„Eine Befragung zu diesem Thema ist in einem solchen Umfang bisher einzigartig“, sagt Stefan Trommer, Projektleiter im DLR-Institut für Verkehrsforschung. „Die Zahl der Teilnehmer ist mit 3.111 sehr erfreulich und bietet uns für den deutschen Raum einen repräsentativen Einblick in Einstellungen zum Elektroauto und seiner Nutzung“, so Trommer. Alle Befragten besitzen mindestens ein batteriegetriebenes oder Plug-in-Hybrid-Fahrzeug. Die Wissenschaftler gingen den „relevantesten Fragen“ nach: Wer sind die Erstnutzer von Elektrofahrzeugen? Wie werden die Fahrzeuge im Alltag eingesetzt, welchen Einschränkungen unterliegt die Nutzung noch und wie gehen die Nutzer damit um?

Nutzer von E-Mobilen gehören zu den Besserverdienenden

Einige der Ergebnisse der Umfrage sind wenig überraschend: Dass die Nutzer von E-Mobilen vor allen Menschen mit höherem Einkommen sind, ist kaum verblüffend - schließlich liegen die Anschaffungskosten (noch) über denen eines Benziners oder Diesels. Und nicht jeder kann sich einen Neuwagen leisten. Außerdem verfügten vier von fünf Befragten neben dem Stromer noch über ein herkömmliches Auto. Die Hälfte von ihnen hat einen ihrer bereits vorhanden Zweitwagen durch ein E-Mobil ersetzt.

Nur wenige der Befragten gaben an, mit der eingeschränkten Reichweite ihres Autos unzufrieden zu sein - die Wissenschaftler des DLR vermuten, dass dahinter eine wohlüberlegte Kaufentscheidung steckt. Zum Kauf bewegten die Fahrer Interesse an der innovativen Fahrzeugtechnologie und der Reduzierung der Umweltbelastung. Das gilt sowohl für die privaten als auch bei den gewerblichen Nutzer. Aber auch günstigere Energiekosten pro Kilometer und der Fahrspaß am Elektroantrieb bewegten die Nutzer zum Kauf eines Elektro-Autos. Eine untergeordnete Rolle bei der Kaufentscheidung spielten externe Anreize, wie die Befreiung von der Kfz-Steuer oder kostenloses Parken und Aufladen.

Die meisten Nutzer von Stromern leben auf dem Land oder in kleinen Städten - kein Wunder, denn aufgeladen werden die meisten Autos am Wohnort, und in großen Städten fehlt es noch an öffentlichen Ladesäulen. Ein großer Teil der Befragten meldete Interesse an öffentlichen Schnellladestationen an, das sei, laut Mehrheit der Befragten „absolut notwendig“.

Aldi Süd plant 47 neue Ladesäulen

Zumindest diesen Wunsch scheint Aldi Süd schon aufgenommen zu haben: In der vergangenen Woche weihte das Unternehmen zusammen mit RWE eine neue Schnellladestation an einem Parkplatz der Supermarktkette in Frankfurt (Main) ein. Die Kunden können dort kostenlos ihr E-Fahrzeug aufladen. Insgesamt will Aldi Süd 46 weitere Standorte mit Ladestationen ausstatten.

Der Strom wird nach Angaben von Florian Kempf, Leiter Energiemanagement, von den auf den Filialen installierten Photovoltaikanlagen produziert und unten auf dem Parkplatz direkt abgegeben. Dass das System funktioniere, bewiesen drei bereits aktive Anlagen in Nordrhein-Westfalen.

Die Ladesäulen des Technologiepartners und Zulieferers RWE sind moderne Gleichstrom-Modelle und bieten Schnellladetechnologie. Das Nachtanken dauert – je nach Fahrzeug – genauso lang wie ein normaler Einkauf, versichert RWE. Da fragt man sich natürlich unwillkürlich, wie lange ein durchschnittlicher Einkauf eines 51-jährigen Besserverdienenden bei Aldi Süd dauert. (Katharina Wolf)