Turbinenhersteller

Auftragsflut und Produktionsstart von Binnenlandriesen bei Nordex

Nordex: Für 2019 zeichnet sich deutliches Umsatzwachstum ab, während die Serienfertigung der Delta4000 - N149/4.0-4.5 anläuft. 700 MW sind vorbestellt.

Nicole Weinhold

Der Auftragsbestand an Turbinen steigt bei Nordex auf 3,9 Milliarden Euro. Das Unternehmen prognostiziert für 2019 ein Umsatzwachstum, sodass es am Ende 3,2 bis 3,5 Milliarden Euro werden könnten und eine EBITDA-Marge von drei bis fünf Prozent. Mit zum guten Ergebnis beitragen wird die neue Turbine vom Typ N149/4.0-4.5 der Produktreihe Delta4000. Bereits jetzt liegen Vorbestellungen in einer Größenordnung von 700 Megawatt vor. Mit knapp 150 Meter Rotordurchmesser entspricht sie den Wünschen der Binnenlandplaner, die eine üppige Windernte auf der überstrichenen Fläche erwarten.

Serienproduktion in Rostock

Die Serienproduktion der Anlage ist im März in Rostock angelaufen. Die Montage der Anlagen dort soll in einer 100 Prozent flexiblen Reihenfolge mit den bisherigen Produkten erfolgen. Der Linienfertigungsprozess ist dafür entsprechend optimiert worden, sodass bereits erste N149-Maschinenhäuser, Naben und Triebstränge produziert werden konnten. „Der Start der Serienfertigung der Anlagen der Delta4000-Produktreihe – und hier konkret der N149/4.0-4.5 – markiert einen wichtigen Meilenstein für das gesamte Unternehmen", sagt José Luis Blanco, CEO der Nordex Group. Mehr als 400 Menschen arbeiten im Rostocker Produktionswerk.

Beibehaltung der äußeren Abmessungen

Die Delta4000-Produktreihe ermöglicht es, unter Beibehaltung der äußeren Abmessungen des Maschinenhauses, unterschiedliche Anlagentypen für alle Windklassen zu fertigen. Vorteile sind identische Transportanforderungen für alle Varianten dieser Serie und eine Anpassung der Linienfertigung. Die Delta4000 Produktreihe umfasst für Mittel- und Schwachwindstandorte ausgelegte N149/4.0-4.5 sowie die N133/4.8, ein Modell für Starkwindstandorte.

Erfreulich für den Hamburger Hersteller derzeit auch die wirtschaftliche Lage - was längst nicht jede Turbinenschmied von sich behaupten kann. Für 2019 wird ein Konzernumsatz von bis zu bis 3,5 Milliaden Euro erwartet. In der zweiten Hälfte des Jahres werden die Umsätze laut Nordex noch einmal deutlich wachsen. Die Ergebnismarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA-Marge) wird in einer Bandbreite von 3 bis 5 Prozent erwartet. Investitionen – insbesondere in die Optimierung der Lieferkette, den Ausbau der globalen Produktion und die Produktentwicklung – werden auf einem Niveau von 120 Millionen Euro erwartet.

Der Jahresabschluss 2018 bestätigt die Prognose für das Geschäftsjahr. Der Konzernumsatz lag bei 2.459,1 Millionen Euro (2017: 3.077,8 Millionen Euro), die EBITDA-Marge bei 4,1 Prozent (2017: 6,5 Prozent). Die Working-Capital-Quote verbesserte sich deutlich von 5,3 Prozent im Vorjahr auf minus 3,8 Prozent per Ende 2018. Die Eigenkapitalquote lag zum Stichtag bei 22,8 Prozent. Zum Jahresende verfügte die Nordex Group über eine Liquidität von 609,8 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung wurde auf 32,5 Millionen zurückgeschraubt von 60,1 Millionen.

Neue Windenergieanlage in der 5-MW-Klasse

Auf Basis der Delta4000-Plattform will Nordexweitere Windturbinen für die unterschiedlichsten Anforderungen der globalen Märkte entwickeln. "Bereits Anfang April werden wir die dritte Turbinenvariante dieser Baureihe präsentieren und damit das 5-MW-Segment erschließen. Sauberer Strom wird in Zukunft noch günstiger“, sagt José Luis Blanco, Vorstandsvorsitzender

(CEO) der Nordex Group.

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