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1. Leipziger Photovoltaik-Forum

Deutschland: Solar superbillig - aber keine Flächen

Großhandelspreise von 20 Cent je Watt für Solar: So billig wie nie - und es wird noch besser. 10 Cent sind möglich.

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Durch den abgeschwächten Ausbau der Solarenergie in China und die generell erhöhte Nachfrage kommen auch in Europa immer günstigere PV-Zellen auf den Markt. „Wir sehen im Moment Großhandelspreise von rund 20 Eurocent je Watt und die Preise sinken immer weiter“, erklärt Stefan Müller, COO beim Hamburger Solarentwickler Enerparc AG.

Innovationen drücken die Kosten

Neben dem aktuellen Überangebot an Zellen beobachtet Müller auch, dass Innovationen in der Branche die Kosten der Hersteller kontinuierlich drücken: „Ob Halbzellen, Monokristalline- oder Tandemzellen: Die Branche etabliert laufend neue Standards. Auch das macht die Zellen immer billiger und wir können keinen Grund erkennen, warum sich das in absehbarer Zeit ändern sollte“, so Müller. In zehn Jahren könnte der Großhandelspreis für die Zellen schon bei zehn Cent pro Watt liegen.

Nicht genügend Fläche für Solarboom

Die laufende Kostensenkung verändert den Markt für Projektierer grundlegend. Was bei privaten und gewerblichen Anlagen schon Standard sei, erlebe man jetzt auch bei Großanlagen auf der Freifläche: „Solar wird immer mehr außerhalb des EEG und der festen Einspeisevergütung gebaut“, sagt Müller. Die neuen Abnehmer sind durchweg Großunternehmen und Energieversorger.

Doch für den absehbaren Solarboom stehen in Deutschland nicht genügend Flächen zur Verfügung. „Gerade die Kommunen weisen viel weniger Flächen für die Photovoltaik aus, als sie könnten und im Sinne der Energiewende auch sollten“, sagt Rechtsanwalt Martin Maslaton, Professor für das Recht der erneuerbaren Energien und Leiter der Maslaton Rechtsanwaltsgesellschaft in Leipzig. Anders als für die Windenergie gibt es für Solaranlagen keine Privilegierung, die den Ausbau unterstützen würde.

1. Leipziger Photovoltaik-Forum

Mit den Chancen aus dem immer günstiger werdenden Solarstrom und den Möglichkeiten in Deutschland beschäftigt sich am kommenden Mittwoch, 22. Januar 2020, das 1. Leipziger Photovoltaik-Forum. Die Keynote zum Thema „Photovoltaik – Gamechanger der Energiewende?“ hält Martin Kaltschmitt von der TU Hamburg. Neben Rednern wie Stefan Müller von Enerparc und den Anwälten der Maslaton Rechtsanwaltsgesellschaft analysiert Peter Dold vom Fraunhofer Center für Silizium-Photovoltaik CSP in Halle „Aktuelle Trends der PV-Markt- und Preisentwicklung“.

Im Nachgang erscheint ein Buch mit den Beiträgen der Referenten, das über die Rechtsanwaltsgesellschaft Maslaton (maslaton.de) bezogen werden kann.

Autor: Marcus Franken, Ahnen & Enkel