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Foto: HAW
Simulation der Norddeutschen Energiewende NEW 4.0: Folgeprojekt Norddeutsches Reallabor nun gestartet 

Sektorenkopplung

Die 130-Prozent-Grünstromregion

Norddeutsches Reallabor heißt eine fünfjährige Kampagne, die den Ausbau einer Infrastruktur zur klimaneutralen Energieversorgung starten soll.

Norddeutsches Reallabor (NRL) ist eines der größten Entwicklungsprojekte, die das Bundeswirtschaftsministerium 2019 am Ende eines wettbewerblichen Verfahrens als „Reallabore der Energiewende“ bestimmt hat – und nun finanziell fördert. Am Mittwoch gab das Bundeswirtschaftsministerium (BMWI) auf einer Online-Veranstaltung des NRL das Startsignal für das 300 Millionen Euro teure Projekt. Mit einem Förderzuschuss von 52 Millionen Euro unterstützt das BMWI nun in 25 Projekten den Aufbau von 18 sogenannten Sektorkopplungsanlagen, die den reichlich überschüssigen Grünstrom der Großregion Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern auch außerhalb des Stromverbrauchsektors nutzen lässt.

Technologischer Schwerpunkt der in dem Verbundprojekt NRL vorgesehenen Installation von kommerziellen, wettbewerbsfähigen Pionieranlagen ist die Herstellung klimaneutralen Wasserstoffs als Sprit und Energieträger im Verkehrssektor oder als Brennstoff für chemische und physikalische Fertigungsprozesse im Industriesektor. Einen zweiten Fokus richten die 50 Entwicklungspartner auf eine energieeffiziente Versorgung städtischer Quartiere.

Norddeutschland produziere selbst jährlich über drei Terawattstunden ungenutzten Strom, erzeugt vor allem aus Windenergie, begründete bei der digitalen Startveranstaltung Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher die Eignung der drei Bundesländer als Modellregion für großräumige Sektorenkopplung. In der Region erzeugen Erneuerbare-Energien-Anlagen tatsächlich bereits Grünstrom in der Größenordnung von 130 Prozent des Stromverbrauchs. Es gehe für die angestrebte klimaneutrale Zukunft darum, dass zwar „elektrischer Strom schnell zu übertragen aber schwer zu speichern“ sei, betonte Tschentscher. Daher brauche es in einer klimaneutralen Zukunft nicht nur Elektromobilität sondern weiterhin für „bestimmte logistische Aufgaben einen stofflichen Energieträger. Das ist Wasserstoff. Aus Strom herstellbar kann er Sektorenkopplung erleichtern und ist rückstandslos zu verbrennen.“ Dies sei ein „Riesenpotenzial für die Energiewende“.

Der schleswig-holsteinische Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht sagte, Ziel müsse nun sein, „die nächste Stufe der Energiewende zünden“ zu können. Projektkoordinator Werner Beba von der Hamburger Hochschule HAW betonte, dass die 50 Projektpartner die gesamte Energiewirtschafts-Wertschöpfungskette abbildeten. Zunächst sollten die Projekte die für den Klimawandel entscheidenden Kohlenstoffemissionen der Region um eine halbe, mittelfristig aber sogar um eine ganze Million Tonnen reduzieren.

NRL gilt nun als Nachfolgeprojekt, des kürzlich abgeschlossenen Modellprojektes Norddeutsche Energiewende 4.0 (NEW 4.0) der Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein. Das ebenfalls an der HAW koordinierte Projekt hatte in Demonstrationsanlagen und Rechenmodellen vorgeführt, wie eine komplette Energiewende in der Großregion funktionieren kann. NRL soll auf diesen Erfahrungen und Modellen nun aufbauen können.

Foto: c-port

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