Foto: Alexander Heimann/Akasol

Vergleichbarkeit von Speichern

Effizienzleitfaden für Heimspeicher aktualisiert

Der Effizienzleitfaden für Heimspeicher wurde der aktuellen Markt- und technischen Entwicklung angepasst. Er bleibt aber ein Instrument, um die einzelnen Systeme für den Kunden vergleichbar zu machen.

Der Bundesverband Energiespeicher (BVES) und der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW Solar) haben gemeinsam mit weiteren Projektpartnern wie dem AIT Austrian Institut for Technology den Effizienzleitfaden für Heimspeicher aktualisiert. Der Effizienzleitfaden ist eigentlich eine Vorgabe für die Industrie, wie die Performance von Heimspeichern zu messen und auf dem Datenblatt anzugeben sind.

Die Hersteller müssen sich nicht daran halten, da es keine rechtlich verbindliche Norm ist, sondern nur eine Einigung der Speicherbranche auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner. „Die stark wachsende Speicherbranche braucht ein stabiles Fundament aus technischen und rechtlichen Regularien“, fasst Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des BVES, die Notwendigkeit eines solchen Effizienzleitfadens zusammen. „Qualität, Transparenz und Vertrauen sind wichtige Voraussetzungen für den weiteren Markthochlauf von Speichern“, ergänzt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW Solar.

Das Ziel: Ein gemeinsames Label schaffen

So prüfen schon eine ganze Reihe von Herstellern die Effizienz ihrer Geräte nach den Vorgaben aus diesem Leitfaden und bekommen so einen Vorteil am Markt. Denn der Kunde will Transparenz, was sein Speicher tatsächlich leistet und wie er einen guten von einem schlechten Speicher unterscheiden kann. Das ist zumindest das Ziel der an der Erarbeitung des Effizienzleitfadens beteiligten Verbände: Ein Label zu schaffen, mit dem der Kunde schnell erkennen kann, wie gut der Speicher ist. „Der Leitfaden hilft, die Potenziale unterschiedlicher Speichersysteme sicht- und vergleichbarer zu machen“, sagt Carsten Körnig.

Kleine Anpassungen an die Prüfung

Die neue Version des Effizienzleitfadens hält für die Hersteller einige kleine Änderungen bei der Prüfung und Bewertung der Speichersysteme bereit. So wird beispielsweise jetzt die Nutzbare Batteriekapazität bei den Bewertungen zugrunde gelegt und nicht mehr die nominelle Batteriekapazität. Diese muss in Zukunft in Ampere- und in Wattstunden angegeben werden. Sie wird gemessen, indem die Batterie zunächst vollständig mit ihrer vollen Leistung entladen wird. Danach wird sie wieder geladen und mit der Hälfte der Entladeleistung entladen und dann wieder aufgeladen. Die dritte Entladung erfolgt mit einem Viertel der Leistung. Danach wird ein Mittelwert über die drei Entladevorgänge gebildet. Das ist die nutzbare Batteriekapazität.

Energiemanagementsysteme verbrauchen auch Strom

Außerdem reagieren die Verbände und Institute auf die aktuelle Entwicklung auf dem Speichermarkt. Denn in Zukunft wird nicht nur die Photovoltaikanlage und der Solarwechselrichter in die Bewertung der Gesamteffizienz mit einbezogen, sondern auch weitere Komponenten, die immer mehr auf dem Markt nachgefragt und in das gesamte Haussystem integriert werden. So müssen die Hersteller den Verbrauch – in Fachjargong ist das die Leistungsaufnahme – beispielsweise von Energiemanagementsystemen oder Umschaltern auf den Inselbetrieb stärker berücksichtigen.

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