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Seit Juni bereits hatten wichtige Atomkraftstätten in Frankreich ihre Leistungen gedrosselt, weil zu starke Erwärmung des Flusswassers zu ihrer Kühlung und sinkende Wasserstände die Betreibergesellschaft zur Vorsicht zwangen. Der Staatskonzern EDF nahm einen von zwei Reaktoren des Atomkraftwerks Golfech nördlich von Toulouse schon vom 23. Juni an eineinhalb Wochen lang vom Netz, dann 18 Tage lang im Juli. Am Mittwoch, 29. Juli, folgte die nächste Abschaltung dieses einen Reaktors. Ironischerweise geschah das am Vorabend des statistischen Erdüberlastungstags vom 30.Juli, als die Menschheit wieder einmal so viele natürliche Ressourcen schon im Jahr verbraucht hatten, wie die Erde zur Wiederbereitstellung erst innerhalb eines vollen Jahres liefern kann.
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Eine Woche später, am Dienstag, meldeten Berichterstatter in Tageszeitungen das vorübergehende Drosseln der Atomkraftwerksleistungen auch an den Standorten Bugey, Nogent, Chooz, Saint-Alban und Blayais. „Noch nie“ habe es „so früh im Jahr so viele Produktionsausfälle“ in den staatlichen Kernkraftwerken gegeben, zitierte die Berliner Tageszeitung Taz den Pariser Atompolitikberater Mycle Schneider. Alleine die Juni-Hitzewelle habe bereits Rekordverluste von 8,5 Gigawatt (GW) bedeutet, bis Anfang August gingen derweil schon mehr als vier Terawattstunden an Ausfällen verlustig – zwei Prozent der jährlichen Gesamtatomstromerzeugung Frankreichs. In Frankreich sind die Atomkraftwerke für zwei Drittel der Stromerzeugung des Landes verantwortlich. Laut der deutschen Statistikbehörde Statista erbrachten die Spaltungsprozesse in den Kraftwerken 2025 sogar 70 Prozent der nationalen Stromerzeugung Frankreichs.
Doch während Stresssituationen in der französischen Nuklear-Stromerzeugung schon seit vielen Jahren im Sommer grundsätzlich eine Normalität sind – und möglicherweise nur noch weiter zunehmen – treten sie auch in anderen Ländern nun zeitgleich mit auf.
So nahm der rumänische Betreiber Nuclearelectrica die beiden Blöcke des einzigen Atomkraftwerkes des Landes nun Ende Juli vom Netz. Die Anlage in Cernavoda soll ein Fünftel des nationalen Stromverbrauchs erzeugen. Kurzfristig, so eine Meldung in der deutschen Taz, habe die Sprengung eines Felsens durch das rumänische Militär zur Umleitung des Wassers eines Flussarms der Donau in einen anderen geholfen, um am Atomkraftwerk den Flusspegel um zwei Zentimeter anzuheben und den Betrieb wieder zuzulassen.
Ungarn begann die vier Blöcke der Nuklearanlage von Paks ab Ende Juli herunterzufahren. Dort reichten die Pumpen nicht mehr weit und tief genug, um noch an kühlendes Donauwasser zu kommen. Am Mittwoch, in der ersten Augustwoche, warnte nun Ungarns Ministerpräsident Peter Magyar vor einer „beispiellosen Energiekrise“. Paks erzeugt den Strom für 40 Prozent des nationalen Strombedarfs.
In der Schweiz hatte eines der drei Atomkraftwerke mit dem stufenweisen Einstellen des Betriebs ebenfalls im Juni schon begonnen. Dort war das Wasser schon wärmer als 25 Grad, weshalb das Betreiberunternehmen die Anlage um 50 Prozent drosseln musste – und später auch abgeschaltet hatte. Weil die anderen beiden Atomkraftwerke im Land allerdings über Kühltürme verfügen, benötigen sie die Flusskühlung nicht und sind von den sinkenden Pegeln nicht betroffen.
40 Prozent der Atomkraft Südosteuropas oder 2,44 GW seien abgeschaltet, meldete der Wirtschaftsnachrichtenkanal Montel am Montag als Schlagzeile im Internet.
Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Die natürliche Wasserkraft ist ebenfalls von der Hitze und Trockenheit betroffen: In Österreich waren schon Ende Juli viele der mehr als 4.000 Klein-Wasserkraftwerke nur noch im 50-Prozentbetrieb oder ganz abgeschaltet.