Mit Geboten für bundesweit verstreute neue Windparks an Land mit 8,2 Gigawatt (GW) haben die Windenergieunternehmen sich für das im November ausgeschriebene Zuschlagsvolumen von 3,45 GW ins Spiel gebracht. Wie die Bundesnetzagentur (BNetzA) nun bekannt gab, bedeutete der hohe Wettbewerb die bereits sechste überzeichnete Ausschreibungsrunde in Folge für die bundesweite Onshore-Windkraft an Land. Damit hatte das Angebot erstmals nach 2017 – dem Premierenjahr der neu eingeführten Windkraft-Vergütungsausschreibungen – die von der BNetzA anvisierte Zuschlagsmenge in allen Auktionsrunden eines Jahres übetroffen. Zudem toppte die Ausschreibungsbeteiligung der vierten und abschließenden Auktionsrunde von 2025 die Auktionsrunden vom August 2025 und vom November 2024 nochmals deutlich, in welche die Projektierer schon Rekordgebotsvolumen von 5,7 und 6,1 GW eingebracht hatten.
Ausschreibung Wind an Land: Die Preise rutschen weiter
Wind an Land bei Zubau und Genehmigungen stärker als je zuvor
Das zunehmende Interesse der Windparks projektierenden Unternehmen an den Vergütungszuschlägen der BNetzA drückt derweil die Zuschlagswerte immer deutlicher unter den von der Netzagentur als Gebotshöchstwert eingestuften bestmöglichen Vergütungstarif. Zugelassen waren 2025 bis zu 7,35 Cent pro eingespeiste Kilowattstunde (kWh). Der durch die Novemberauktion bewirkte mengengewichtete mittlere Zuschlagswert betrug nur noch 6,06 Cent pro kWh. Das noch mit einem Zuschlag erfolgreiche Projekt mit dem höchsten Gebotswert erzielte einen Grundtarif von 6,12 Cent, das preisgünstigste Projektangebot stellt die Stromeinspeisung zum Grundtarif von 5,8 Cent pro kWh in Aussicht.
Der Bieterwettbewerb war auch gemessen an der Zahl der eingereichten Windparkprojektangebote stark. Von den 905 für eine Vergütung eingebrachten Turbinenbauvorhaben erreichten nur 415 Gebote einen Zuschlag.
Einmal mehr konzentrierten sich die Zuschläge insbesondere auf die beiden Top-Ausbauländer der vergangenen Jahre Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Projekte mit zusammen jeweils knapp 1,1 GW – 1.093 Megawatt (MW) und 1.091 MW – für Windparks in diesen beiden Bundesländern erhielten somit grünes Licht. Aber auch auf süddeutsche Bundesländer kamen nun wieder mehr bezuschlagte Projekte.
So waren außerhalb der beiden Ausbauspitzenländer zunächst zwar wie zu erwarten Windparkentwickler in den ebenfalls windkraftstarken Ländern Brandenburg mit 34 Zuschlägen für 262 Megawatt (MW) und Schleswig-Holstein mit 18 Zuschlägen für 42 Anlagen und fast 235 MW besonders erfolgreich. Doch danach folgten schon Projektierer von Vorhaben in Rheinland-Pfalz bei 27 Zuschlägen für 29 Anlagen und 189 MW sowie in Bayern bei 21 Zuschlägen für 26 Anlagen in vier Windparks beziehungsweise für knapp 175 MW. Auch für Hessen und Thüringen ergab sich noch viel neues Windkraft-Ausbaupotenzial. Gebote für Turbinenerrichtungen in dem westlichen der beiden Nachbarländer erzielten Zuschläge für 21 Anlagen mit 126 MW. In dem südlichsten Bundesland Ostdeutschlands sind 15 projektierte Anlagen mit 102 MW nun durch die jüngsten Zuschläge abgesichert. Zum Vergleich: Das windhöffige Ostseeküstenland Mecklenburg-Vorpommern kam durch neu bezuschlagte 103 MW Windkraftzubau darüber nicht hinaus.
In Bayern und in Rheinland-Pfalz punkteten insbesondere sehr große Projekte mit Bürgerbeteiligungen. So kam in Bayern das Projekt des für weit mehr als 100 MW geplanten Bürgerwindparks Steigerwald mit 16 Anlagen nun auf die Zielgerade. Insgesamt soll dieser nach der Fertigstellung sogar aus 19 Turbinen bestehen.