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EU-Kommission genehmigt neue Gaskraftwerke in Deutschland

Trotz massiver Kritik und Beschwerden aus der Energiewirtschaft hat die EU-Kommission das „Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz“ (StromVKG) genehmigt. Es sieht den Aufbau eines sogenannten Kapazitätsmarktes vor. Damit sind Anlagen gemeint, die ihre Leistung vorhalten und dann bereitstellen, wenn nicht ausreichend Strom aus Wind- und Solarenergie zur Verfügung steht.

Auf Gaskraftwerke zugeschnitten

Das Gesetz geht zwar formal von einer Technologieoffenheit aus, doch die Vorgaben sind so gesetzt, dass nahezu ausschließlich Gaskraftwerke dafür infrage kommen. Finanziert werden die vorgesehenen Anlagen mit einer Leistung von zwölf Gigawatt für diesen Kapazitätsmarkt über eine Umlage durch die Stromverbraucher.

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Erste Auktionen in diesem Jahr

Damit kann die Bundesnetzagentur mit der ersten Ausschreibung am 8. September 2026 starten. Eine zweite Ausschreibung ist für den 29. Dezember 2026 vorgesehen. Der Termin für die dritte Ausschreibung steht bisher nicht fest. Vorgesehen ist sie für Mai 2027. In den Jahren 2027 und 2029 sollen weitere Auktionen stattfinden, die neben Kapazitäten wie Kraftwerken und Speichern auch flexible Nachfrager und Bestandsanlagen einschließen, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilt. Insgesamt sollen die vorgesehenen zwölf Gigawatt im Jahr 2031 bereitstehen.

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Weitere Ausschreibungen ab 2027

Damit ist aber nicht genug. Der Kapazitätsmarkt soll noch ausgeweitet werden, wie das Bundeswirtschaftsministerium ankündigt. Die entsprechenden Regelungen sollen im Jahr 2027 vorgelegt werden. Diese Anlagen sollen ab 2032 bereitstehen. Ob diese dann ebenfalls über eine Umlage durch die Verbraucher finanziert werden, ist nicht klar. Fest steht aber schon, dass das CDU-geführte Bundeswirtschaftsministerium auch hier primär auf Gaskraftwerke statt auf intelligente Lösungen setzt.

Kosten für Verbraucher steigen

Wie hoch die Kosten für die Verbraucher schon mit der ersten Runde des Kapazitätsmarktes werden, ist bisher noch nicht klar. Sebastian Gierull, Geschäftsführer von Octopus Energy Deutschland, geht davon aus, dass ein durchschnittlicher Haushalt jedes Jahr mit Mehrkosten zwischen zehn und 30 Euro rechnen muss. „Und das, obwohl mit Batteriespeichern und der Flexibilisierung des Stromverbrauchs günstigere Lösungen zur Verfügung stehen“, kritisiert er die Konzentration auf Gaskraftwerke. „Es ist ärgerlich, dass die Kommission die Möglichkeit verpasst, mehr Wettbewerb zwischen Gaskraftwerken und den erneuerbaren Alternativen zuzulassen. Versorgungssicherheit hätten wir günstiger haben können“, stellt Sebastian Gierull klar.

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Restriktionen für intelligente Lösungen

Dazu kommen zusätzliche Kosten für den geplanten Kapazitätsmarkt. „Daran können Speicher und Flexibilitäten zwar theoretisch teilnehmen. Die Kriterien im aktuellen Entwurf sind für haushaltsnahe Lösungen wie Heimspeicher und E-Autos aber sehr restriktiv“, ordnet er den Kurs des CDU-geführten Bundeswirtschaftsministeriums ein. „Gepoolte Verbraucher wie etwa E-Autos haben kaum eine Chance, in den Auktionen mitzubieten. Stattdessen hat das neue Gesetz komplizierte Hürden für die Qualifizierung von haushaltsnahen Flexibilitäten eingezogen“, kritisiert der Octopus-Energy-Chef.