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Agora Energiewende warnt: Klimaziel 2026 ist in Gefahr

Zum ersten Mal könnte Deutschland sein selbstgestecktes Klimaschutzziel verfehlen. Wie aus einer aktuellen Analyse des Thinktanks Agora Energiewende hervorgeht, sanken die Emissionen in den ersten sechs Monaten 2026 zwar um bis zu sieben Millionen Tonnen CO₂‑Äquivalente (CO₂). Doch sollte sich dieser Trend nicht beschleunigen, reicht das nicht, um die im Gesetz für 2026 festgelegte Menge von 625 Millionen Tonnen CO₂ einzuhalten. Stattdessen ergibt die Hochrechnung des Instituts eine Lücke von zehn Millionen Tonnen CO₂.

Treiber des Rückgangs: die fossile Energiekrise

Hinzu kommt: Haupttreiber des Rückgangs sei die erneute fossile Energiepreiskrise, heißt es in einer Presseinformation von Agora Energiewende. Ausgelöst durch die Blockade der Straße von Hormus seit März 2026 führte sie zu hohen Öl- und Gaspreisen. In der Folge habe die Produktionstätigkeit im Verarbeitenden Gewerbe in der ersten Jahreshälfte abgenommen, der Lkw-Verkehr auf deutschen Straßen sei zudem leicht zurückgegangen und der Absatz von leichtem Heizöl deutlich eingebrochen,hieß es weiter. Gleichzeitig erzielten Wärmepumpen und E-Autos neue Absatzrekorde mit positiver Auswirkung auf Deutschlands Klimabilanz. Der zunehmende Anteil von Wärmepumpen sei dafür verantwortlich, dass der Erdgasverbrauch in Gebäuden trotz kaltem Jahresbeginn und höherem Heizbedarf ungefähr konstant geblieben sei. 

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„Das erste Halbjahr 2026 steht deutlich im Zeichen der fossilen Energiepreiskrise: Erneut wird die deutsche Wirtschaft schmerzhaft von fossilen Preisschocks getroffen“, sagt Julia Bläsius, Direktorin von Agora Energiewende Deutschland. „Gleichzeitig setzt sich mit den Verkaufsrekorden bei Wärmepumpen und E-Autos der Elektrifizierungstrend bei Verbraucherinnen und Verbrauchern fort.“ Sie forderte die Bundesregierung auf, diese Dynamik zu nutzen und zu verstärken, indem sie ihre Energie- und Industriepolitik konsequent auf erneuerbare Energien und Elektrifizierung ausrichte. „Nur so wird Deutschland unabhängiger von fossilen Energien und die Wirtschaft krisenfester.“

Jeder fünfte Euro aus dem KTF bremst den Klimaschutz

Kosten für fossile Inporte steigen um 7,4 Milliarden Euro

Erkennbar wird die Preissteigerung auch an den Importkosten. So beliefen sich laut Agora Energiewende die zusätzlichen Kosten für den Import von Rohöl und Erdgas seit Beginn des Konflikts Ende Februar auf rund 7,4 Milliarden Euro, obwohl Deutschlands Ölimporte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur um zwei Prozent gestiegen sind und Erdgasimporte sogar um elf Prozent abgenommen haben.

Netzpaket und EEG bremsen den Ausbau – Klimaziele und hunderttausende Jobs bedroht!

Bläsius forderte schnelle Hilfen vor allem für diejenigen, die sie am dringendsten brauchen, etwa einkommensschwache Haushalte. „Gleichzeitig braucht es Maßnahmen, die das Problem an der Wurzel packen“, betonte sie. Spanien treibe massiv den Ausbau erneuerbarer Energien voran, während Frankreich einen Plan für die beschleunigte Elektrifizierung vorgelegt habe, nannte sie Beispiele. „In Deutschland gibt es Nachholbedarf, um Krisenantwort und Klimaschutz gut zu verbinden. Dabei kommt es darauf an, dass die Bundesregierung Planungssicherheit für klimafreundliche Investitionen für Haushalte, Unternehmen und Kommunen schafft, die Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen ausreichend absichert und Preissignale in Richtung Transformation ausrichtet.“