Die Online-Plattform Wind-Turbine.com hat ihr Angebot erweitert und bietet seit Anfang des Jahres einen Marktplatz für den Handel mit Projektrechten. Anlass seien eine deutlich gestiegene Nachfrage nationaler und internationaler Investoren sowie ein zunehmendes Angebot an Projektrechten in allen Entwicklungsstadien – von frühen Projektphasen bis hin zu baureifen Projekten, heißt es in einer Presseinformation.
„Über viele Jahre konnten wir den Investitionshunger zahlreicher Investoren nach Projektrechten nicht bedienen, weil uns schlicht das entsprechende Angebot fehlte“, sagt Bernd Weidmüller, Gründer und CEO von Wind-Turbine.com. Seit Anfang 2026 ist das anders. Bereits zum Start seien Projektrechte mit einer Gesamtkapazität von über 300 MW auf dem Marktplatz gelistet gewesen.
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„Neutraler Marktplatz ohne vorgegebene Prozesse“
Gegründet im Jahr 2011, hatte die Plattform das Ziel, den Zweitmarkt der Windbranche international zu digitalisieren und transparent zu gestalten. Die Einführung der neuen Assetklasse Projektrechte folge der Logik des bereits etablierten Marktplatzes, hieß es von Wind-Turbine.com. Nach Angaben des Unternehmens sind dort mittlerweile weltweit mehr als 500 Investoren mit sehr unterschiedlichen Investitionsstrategien aktiv.
Wind-Turbine.com versteht sich ausdrücklich als neutraler Marktplatzbetreiber, der keine vorgegebenen Prozesse oder Transaktionsmodelle erzwingt. „Die Plattform gibt weder einen festen Ablauf noch ein verpflichtendes Vorgehen vor“, betont Weidmüller. Investoren und Anbieter könnten selbst entscheiden, in welchem Umfang sie den Marktplatz als Anzeigen-, Netzwerk- oder Transaktionsplattform nutzen. Wenn gewünscht, unterstütze Wind-Turbine.com aber gemeinsam mit erfahrenen Partnern bei der Bewertung von Projektrechten, der Qualifizierung von Investoren sowie bei der Begleitung von Transaktionen.
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Bewertungs-Score für Projektrechte und bestehende Parks ist in der Entwicklung
Parallel zur Öffnung der neuen Assetklasse entwickelt Wind-Turbine.com zudem einen Quality-Score speziell für Projektrechte, der Investoren und Projektentwicklern eine strukturierte Einschätzung von Projektqualität und Entwicklungsstand ermöglichen soll. Ergänzend dazu arbeite die Plattform an einem standardisierten Wertermittlungs-Tool für ältere Windkraftanlagen und bestehende Windparks, die entweder veräußert oder am Standort weiterbetrieben werden können, hieß es weiter. Beide Anwendungen zielten darauf ab, Marktteilnehmern zusätzliche Orientierung zu bieten und die Vergleichbarkeit von Assets über unterschiedliche Reifegrade hinweg langfristig zu verbessern. Langfristig sollen diese Instrumente, die gemeinsam mit Branchenexperten entwickelt werden und auf plattformeigenen Marktbewegungsdaten sowie modernen KI-gestützten Analyseverfahren fußen, einen anerkannten Marktstandard in der Branche etablieren.