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Verkauf an Infrastrukturfonds CIP: Ørsted gibt bayerischen Windparkplaner wieder ab

Ab sofort konzentriert sich das Energieversorgungsunternehmen im Grünstromgeschäft wieder aufs Entwickeln von Windparks und das Stromerzeugen auf See. Wie Ørsted am Dienstag bekannt gab, unterzeichnete es mit dem ebenfalls in Dänemark ansässigen Infrastrukturfonds CIP den Verkauf seiner europäischen Sparte für Wind-, Solar- und Batterieparks zu 1,44 Milliarden Euro. Eine Ausnahme macht Ørsted nur bei der seit Oktober in ein eigenständiges Unternehmen ausgelagerten Onshore-Regenerativenergie in den USA. Das neue US-Unternehmen verbleibt noch in der Ørsted-Welt. Fast 580 Megawatt (MW) eigenbetriebene Wind-, PV- und Speicherparks, weitere derzeit gebaute Anlagenfelder mit fast 250 MW sowie ein ungenanntes Volumen in Entwicklung befindlicher Wind-/PV-/Speicher-Vorhaben gehen damit an CIP.

Die mit dem Verkauf an CIP wechselnden Anlagenparks und weiteren Entwicklungsvorhaben befinden sich in Irland, Großbritannien, Spanien und Deutschland. Ebenfalls an CIP wechselt insbesondere auch das komplette Erneuerbare-Energien-Unternehmen mitsamt Mitarbeitenden unter das Dach des Fondsunternehmens. Erst 2021 war Ørsted durch den Kauf des in Irland und Großbritannien tätigen Windenergieunternehmens Brookfield Renewable’s Ireland in das Onshore-Geschäft eingestiegen. Kurz darauf hatten die Dänen auch mit Projektierungen in Spanien begonnen und 2022 das traditionelle bayerische Projektentwicklungsunternehmen Ostwind aus Regensburg gekauft. Ostwind brachte Vorhaben und bestehende Anlagen in Deutschland und Frankreich ein.

„Unsere starke Präsenz in Deutschland – getragen von unseren Projekten, Partnerinnen, Partnern und Mitarbeitenden – hat es uns ermöglicht, bis heute rund 800 MW Wind- und Solarenergiekapazität zu entwickeln“, sagte Stefan Bachmaier, der Ørsted-Onshore-Deutschland-Geschäftsführer. „Viele weitere Projekte sind im Bau und in Planung. Wir freuen uns darauf, diese zukünftig in einer neuen europäischen Partnerschaft zu realisieren“, betonte er. Bachmaier war 2018 in die Geschäftsführung bei Ostwind eingetreten.

Stefan Bachmaier, Geschäftsführer der Ørsted-Konzernsparte für den deutschen Onshore-Markt: Bachmaier war Chef des Regensburger Projektentwicklungsunternehmens Ostwind, ehe er 2022 nach der Ostwind-Übernahme durch den dänischen Energiekonzern zu Ørsted wechselte. Nun verkaufte Ørsted das Europa-Onshore-Geschäft mit der von Bachmaier aus Regensburg geleiteten Deutschlandeinheit an CIP.

Ørsted

Stefan Bachmaier, Geschäftsführer der Ørsted-Konzernsparte für den deutschen Onshore-Markt: Bachmaier war Chef des Regensburger Projektentwicklungsunternehmens Ostwind, ehe er 2022 nach der Ostwind-Übernahme durch den dänischen Energiekonzern zu Ørsted wechselte. Nun verkaufte Ørsted das Europa-Onshore-Geschäft mit der von Bachmaier aus Regensburg geleiteten Deutschlandeinheit an CIP.

Kieran White, sogenannter Senior Vice President Europa Onshore bei Ørsted, sagte nach dem Unternehmensverkauf: „Mit CIP als unserem neuen Eigentümer freuen wir uns darauf, das Wachstum unserer Entwicklungspipeline zu beschleunigen“. Der Ire war vor seiner Ørsted-Tätigkeit der Geschäftsführer bei Brookfield Renewable’s Ireland.

Den Verkauf des europäischen Onshore-Geschäfts hatte Ørsted bereits im vergangenen Sommer angekündigt. Der Energieversorger will sich damit indes nicht nur „auf Offshore-Wind in unseren europäischen Kernmärkten zu konzentrieren“, wie Ørsted-Finanzchef Trond Westle am Dienstag betonte, sondern auch „nun die Finanzlage von Ørsted erheblich gestärkt“ haben. Ein branchenweit starker Kostenanstieg auch bei Meereswindkraft ließ die Dänen die Wende einleiten, die sie jetzt vollziehen. Die Einnahmen aus dem Verkauf von Geschäftseinheiten und Projekten sollen auch das Kapital für neue Projektierungen von europäischen Meereswindparks stärken.

Der Verkauf lässt die dänischen Grünstromerzeuger, die auch noch Biomassekraftwerke in ihrem südskandinavischen Heimatmarkt betreiben, das Kapitalziel von fast 4,7 Milliarden Euro durch diesen und weitere vorangegangene Verkäufe nun übererfüllen. Ørsted hat nun nach eigenen Angaben einen Gesamterlös von 6,17 Milliarden Euro erzielt. Vor dem Verkauf des europäischen Onshore-Geschäfts trennte sich das Unternehmen insbesondere schon von der Hälfte am Offshore-Windpark Hornsea 3 in Großbritannien sowie von etwas mehr als die Hälfte am Offshore-Windpark Chanhua 2 in Taiwan. Beide Verkäufe gab Ørsted kurz vor dem Jahreswechsel 2025/2026 bekannt.

Ørsted folgt schon seit längerem einem Konsolidierungskurs, der mit einem Verkauf von Projekt- oder Geschäftsanteilen einherging. So hatten sich die Dänen 2024 speziell bereits vom Frankreich-Geschäft für Wind- und Solarparks an Land getrennt. Käufer war damals der französische Energieriese Engie, an den damit bereits ein Teil der Projektierungen und Anlagenparks aus dem Ostwind-Portfolio gingen. Der jetzige Verkauf des Weiteren Ørsted-Onshore-Europageschäfts soll nach der obligatorischen Überprüfung durch die Wettbewerbsbehörden im zweiten Quartal des Jahres abgeschlossen sein.