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Windbranche: Stimmung so schlecht wie seit 2018 nicht mehr

„Die Politik von Frau Reiche ist in der Windbranche angekommen.“ Mit diesen Worten kommentierte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste, die Ergebnisse der aktuellen Betriebsrätebefragung. 34 Betriebe mit 27.700 Beschäftigten hatten sich beteiligt und die Stimmung ist schlecht wie lange nicht mehr. Verantwortlich dafür macht der Gewerkschafter die Reformpläne für das EEG und das Netzpaket von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche.

Kabinettsentwürfe: Abregelung zum Nulltarif nur bis 18 Prozent des Jahresertrags

54 Prozent der Betriebsräte rechnen mit einer negativen Entwicklung der Windindustrie

Denn das Stimmungsbarometer zeigt: Trotz einer aktuell guten Situation, in der die durchschnittliche Auslastung der befragten Betriebe bei fast 95 Prozent liegt, blicken die Betriebsräte besorgt in die Zukunft. Nur noch 18 Prozent erwarten eine Verbesserung der Auftragslage in den kommenden zwei Jahren. Im vergangenen Jahr waren es noch 59 Prozent. 25 Prozent (Vorjahr: 23 Prozent) rechnen mit rückläufigen Aufträgen, weitere 25 Prozent können die Entwicklung derzeit nicht einschätzen. Die Erwartungen sind damit so schlecht wie seit 2018 nicht mehr, heißt es von der IG Metall Küste.

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Auch andere Werte sind schlecht: 54 Prozent der Betriebsräte rechnen damit, dass sich die Windindustrie in den kommenden Jahren negativ entwickelt. Knapp ein Drittel erwartet in den kommenden zwölf Monaten einen Stellenabbau. Und die größte Sorge in den Betrieben ist nicht mehr der Fachkräftemangel, sondern die politische Situation: Nur noch zehn Prozent glauben, dass die Ausbauziele Wind an Land bis 2030 erreicht werden können, 14 Prozent sind bei Offshore noch optimistisch. 100 Prozent Zustimmung erhielt die Aussage: „Die Windindustrie sollte aktuell mehr industriepolitische Aufmerksamkeit bekommen.“

Stimmungskiller: China, Netzanschlüsse, Politik

Als Ursachen für die pessimistische Einschätzung nennen die Betriebsräte vor allem den wachsenden Wettbewerbsdruck durch China, politische Unsicherheit, fehlende Netzanschlüsse sowie die mangelnde industriepolitische Unterstützung.

Interview zu Jobs in der Windbranche: „Ausbildungsquote niedriger als Krankenstand“

„Die Ergebnisse sind eine Warnung an die Bundesregierung“, sagt Friedrich. „Die Pläne von Ministerin Reiche senden genau das falsche Signal an eine Schlüsselbranche für Energiewende, Energieunabhängigkeit, Klimaschutz und industrielle Wertschöpfung. Wer den Windkraftausbau ausbremst, setzt Arbeitsplätze und Zukunftsinvestitionen aufs Spiel.“