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Kroatischer Erneuerbaren-Verband schlägt grünes Tarifmodell für Prosumer vor

Der Verband für erneuerbare Energien Kroatien (OIEH) schlägt ein grünes Tarifmodell für Hauseigentümer mit eigener Stromerzeugung vor. Es richtet sich primär an solche Betreiber von Solaranlagen, die einen Teil ihres selbst erzeugten Stroms vor Ort verbrauchen und nur den Überschuss einspeisen. Diese Hauseigentümer beziehen zusätzlich Strom aus dem Netz, wenn die eigene Solarenergie nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken.

Diese sogenannten Prosumer mit ihren vielen kleinen Photovoltaikanlagen belasten zunehmend das kroatische Stromnetz. Ziel ist es, die wachsende Belastung des kroatischen Verteilnetzes durch diese kleinen Solaranlagen zu reduzieren und gleichzeitig Anreize für ein netzdienliches Verhalten der Betreiber zu schaffen. Dazu muss der Tarif aber exakt auf diese Anlagenbetreiber zugeschnitten werden, betont Filip Krušević von OIEH bei der Vorstellung des Vorschlags auf der diesjährigen Solarflex Croatia in Zagreb.

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Versorger wollen keine Verträge abschließen

Grundlage für den vorgeschlagenen Tarif ist ein doppeltes Problem im kroatischen Strommarkt. „Wir befinden uns in einer Situation, in der zahlreiche kleine Erzeuger mit Eigenverbrauch an das Netz angeschlossen sind, und das stellt für den Verteilnetzbetreiber einen großen Stress dar“, erklärt Filip Krušević. „Hinzu kommt, dass sich immer mehr Versorger aus dem Geschäft mit Haushaltskunden zurückziehen und mit ihnen keine Einspeiseverträge mehr abschließen. Das liegt daran, dass sich das für die Versorger aufgrund der Gestaltung des Marktes nicht lohnt.“ Deshalb sei ein solcher spezieller grüner Tarif für die Prosumer notwendig.

Erweiterung der dynamischen Stromtarife

Das vorgeschlagene Modell knüpft an bestehende europäische Vorgaben an. So verpflichtet die EU-Regulierung die Versorger bereits, dynamische Tarife anzubieten. Inzwischen ist diese Kategorie des aktiven Kunden bereits im kroatischen Energierecht verankert. An diese Regelung knüpft der neue Vorschlag an, setzt jedoch den Schwerpunkt auf die Betreiber von Solaranlagen. So soll der Tarif so ausgestaltet sein, dass die Anlagenbetreiber finanziell bestraft werden, wenn sie viel Energie zu Zeiten einspeisen, in denen ohnehin schon ein Überschuss im kroatischen Netz vorhanden ist. „Gleichzeitig sollten die Tarife so gestaltet sein, dass sie unmittelbar netzdienliches Verhalten belohnen“, erklärt Filip Krušević.

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Speicher spielen eine zentrale Rolle

Eine Schlüsselrolle spielen dabei Heimspeicher. Krušević plädierte dafür, entsprechende Anreize für die Installation von Batterien zu schaffen. „Es wäre sogar denkbar, dass jemand nur eine Batterie einbaut, ohne dass er Erzeuger ist. Dies und den netzdienlichen Betrieb des Speichers sollte der Tarif anreizen“, sagt er. Zugleich verwies er auf den Bedarf, den Stromverbrauch insgesamt weiterhin über Preisanreize stärker in günstige Zeitfenster zu verlagern.

Regionale Unterschiede beachten

Wichtig sei, dass das Modell nicht landesweit einheitlich ausgestaltet werde. „Es ist entscheidend, dass es eine regionale Komponente gibt“, erklärt der OIEH-Experte. „In Istrien können nicht die gleichen Tarife gelten wie in anderen Regionen Kroatiens, weil wir in den verschiedenen Regionen unterschiedliche Situationen haben.“ So hat Zagreb weniger das Problem mit vielen kleinen Einspeisern, weil es hier weniger Anlagen gibt als in ländlicheren Regionen oder an der Adriaküste. Die konkrete Ausgestaltung müsse die Regulierungsbehörde HERA auf Grundlage von Daten des Verteilnetzbetreibers HEP ODS vornehmen.

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Nach der Einschätzung von Filip Krušević würden alle Marktakteure von diesem Tarif profitieren – einschließlich der Versorger. „Damit das Modell akzeptiert wird, muss es allerdings auch vor allem für die Endkunden attraktiv sein“, sagt Filip Krušević. „Wenn Sie den Versorgern und Verteilnetzbetreibern die Arbeit erleichtern, muss das Modell letztlich so reguliert sein, dass es auch für den Endnutzer günstiger ist als die bestehenden Modelle.“

Mehr Platz im Netz

Auch für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien sieht Krušević positive Effekte. „Denn damit gehen wir das Problem an, dass es an vielen Orten nicht genügend Kapazität im Netz für die Integration neuer Anlagen gibt“, erklärte er. Dadurch können mehr Anlagen angeschlossen werden, was den Ausbau beschleunigt. Es sei der nächste Schritt, nachdem die Anlagenbetreiber ihren Eigenverbrauch erhöhen.

Derzeit ist der grüne Einspeisetarif noch eine Idee. Die konkrete Ausgestaltung ist jetzt der nächste Schritt, den die Versorger und die HEP ODS als zuständige Behörde erledigen müssen.