Foto: RAG/Karin Lohberg Photography

EU-Parlament

Energiespeicher sind zentral für europäischen Green Deal

Das Europäische Parlament folgt der Kommission und stellt Speicher ins Zentrum einer künftigen Energiestrategie in der EU. Der Bundesverband Energiespeicher fordert die Bundesregierung auf, endlich entsprechend zu handeln und die Rahmenbedingungen zu verbessern.

Wie der Bundesverband Energiespeicher (BVES) mitteilt, hat das das Europäische Parlament die Energiespeicher in das Zentrum eines zukünftigen und integrierten Energiesystems gestellt. Damit folgen die Abgeordneten dem Weg der Europäischen Kommission. Brüssel hatte ein solches Energiesystem sowie eine entsprechende Industriestrategie gestartet. Das Ziel: Europa soll der erste klimaneutrale Kontinent werden. Teil dieses sogenannten Green Deals ist eine Speicherstrategie, die sich unter anderem auf Wasserstoff als Medium konzentriert.

Speicher als Teil des Energiesystems anerkennen

Der BVES begrüßt diesen Weg und die Entscheidung des Parlaments in Strasbourg, den Aufbau einer umfangreichen Speicherinfrastruktur zu unterstützen. „Zu Recht benennt jetzt auch das EU-Parlament Energiespeicher als Schlüsselelement für ein versorgungssicheres und gleichzeitig dekarbonisiertes Energiesystem”, betont Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des BVES. „Mit Speichern klappt das Hand in Hand. Zusätzlich sind Speicher eine große Chance für den heimischen Industriestandort.”

Den Fuß von der Bremse nehmen

Als Voraussetzung für die Umsetzung einer solchen Speicherstrategie benennt der Verband vor allem die regulatorischen Rahmenbedingungen. Diese müssen entsprechend angepasst werden, um das volkswirtschaftliche Potenzial von Energiespeichersystemen voll ausschöpfen zu können. Deshalb sind die Regierungen der Mitgliedsstaaten der EU gefordert, entsprechend zu handeln. Auch die Bundesregierung solle den Fuß von der Bremse nehmen, fordert Windelen. „Wenn wir die Exzellenz und Innovationskraft der deutschen Speicherindustrie im Lande halten wollen, dann brauchen wir endlich einen passenden rechtlichen Rahmen”, sagt er. „Die EU hat gut vorgelegt, dem sollten wir jetzt schnell folgen!“

Ratspräsidentschaft nutzen

Windlelen verweist darauf, dass die Umsetzung der beschlossenen EU-Richtlinie nicht nur verpflichtend ist. „Sie ist die besondere und aktuelle Chance, unser Energiesystem fitter und flexibler für heute und morgen zu machen”, erklärt er. „Eine lustlose und ambitionslose Umsetzung wäre das falsche Signal und in Zeiten der deutschen EU-Ratspräsidentschaft geradezu fatal.”

Speicher sind keine Letztverbraucher

Konkret solle die Bundesregierung die Speicher neben der Energieerzeugung, dem Energietransport und dem Energieverbrauch als viertes aktives Element des Energiegesamtsystems zu übernehme. Die Hürden – vor allem für große Speichersysteme, wie sie im Rahmen einer Wasserstoffstrategie entstehen würden – benennt der Verband schon seit Jahren. So werden die Speicher immer noch als Letztverbraucher behandelt und deren Betreiber müssen Abgaben zahlen, wenn ihre Systeme Strom aus dem Netz aufnehmen. Das behindere deren Einsatz, betont Windelen. „Energiespeicher müssen mit der Umsetzung des EU-Winterpakets endlich als Speicher anstatt als Letztverbraucher eingeordnet werden”, fordert er. Schließlich bringen sie einen Mehrwert, indem sie helfen, das Netz zu stabilisieren, wofür sie derzeit immer noch Abgaben leisten müssen. Das muss sich ändern. „Denn das ist eine gewichtige Stellschraube, um die bestehenden Einsatzhemmnisse zu beseitigen und ein Konjunkturpaket für die innovative Energiespeicherbranche ohne Subventionsaufwand, bei hoher Wertschöpfung für die heimische Industrie.”

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