Beim Anfahren der gemeinsamen Steuerung von elektrischer Erzeugung und Stromverbrauch mit Marktmechanismen rumpelt es vielfach. So zählt das Berliner 1000-GW-Institut nur 14 von 169 Verteilnetzunternehmen, die neue zeitvariable Netzentgelte anbieten. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) droht nun Zwangsgelder an. Bei variablen Tarifen könnten Haushalte die Elektroautos und Wärmepumpen im Einklang mit Grünstromüberschüssen einstecken - und 600 Euro im Jahr sparen.
Bei Speichern prescht aber Eon vor. Unter dessen Konzerndach versammeln sich Verteilnetzbetreiber für 65 Prozent der Bundesfläche. Mit flexiblen Netzanschlussvereinbarungen oder FCA hat Eon eigenen Angaben zufolge Netzanschlusszusagen für 25 Gigawatt (GW) Batterieleistung verschickt, wobei Anträge für 500 GW vorlagen. Nicht alle applaudieren: Gut seien FCA, die Speicher beim Regulieren helfen lassen und somit Netzengpässe bis zum Leitungsausbau überbrücken, meldet Speicherverband BVES. Viele Eon-FCA würden aber den Batteriebetrieb langfristig deckeln und die Wirtschaftlichkeit gefährden.
Die BNetzA wiederum irritiert den Erneuerbaren-Verband BEE mit widersprüchlichen Festlegungen. Zwar wandte die BNetzA nun ein vorzeitiges Ende der Netzentgeltbefreiung für Batteriespeicher ab. Doch ein verlängertes Bandlastprivileg – Unternehmen mit konstanter Stromabnahme zahlen viel weniger Netzentgelt - und ein pauschaler, aber schwankender Kapazitätspreis für Einspeiser bremsten die Flexibilisierung, warnt der BEE. Ein ungedeckelter Preis bedrohe die Berechenbarkeit von Grünstromanlagen. Und bei Bioenergieanlagen störe der kapazitätsbezogene Netzpreis den Zweck, dass sie wetterbedingte Einspeisekurven ergänzen.(tw)