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Techniktrend

Neuer Fledermausschutz für Windkraftanlagen

Ein neues Geräte hat bei Tests in den USA gezeigt, dass es Fledermaus-Schlag an Windkraftanlagen um 54 Prozent reduzieren kann. 2019 kommt es auf den Markt.

Nicole Weinhold

Der US-amerikanische Entwickler intelligenter Anwendungen im Bereich der erneuerbaren Energien, NRG Systems, hat bekanntgegeben, dass ein Versuch mit seinem Ultraschall-basierten Fledermaus-Abschreckungssystem am Windenergiestandort Los Vientos in Starr County, Texas, die Todesrate von Fledermäusen um 54 Prozent reduziert hat. Fledermausschutz ist wie Vogelschutz heute eine besonders große Herausforderung für die Windindustrie – in den USA wie auch in Europa. Die Testergebnisse machen nun Hoffnung, dass die NRG Systems Technologie ein wirksames Mittel ist, um die Fledermaus-Todschlagrate an Windturbinen zu reduzieren.

Störung der Echoortung

Wie funktioniert das Gerät? Es stört die Echoortungs-Fähigkeit von Fledermäusen. Diese Fähigkeit sorgt dafür, dass die Tiere sich orientieren und miteinander kommunizieren können. Um der Störung dieser Echoortung auszuweichen, meiden die Fledermäuse die Region, in der das Gerät wirkt.

Der Test wurde von Wissenschaftlern der Texas State University zusammen mit BCI, der internationalen Fledermaus-Schutzorganisation durchgeführt. Dafür wurde an 16 von 255 Windturbinen am Standort das NRG-Gerät installiert. „Es ist kein Geheimnis, dass Windturbinen Fledermaus-Schlag verursachen“, so Brogan Morton, Senior Product Manager bei NRG Systems, „das ist zunehmend ein Problem, zumal Fledermauspopulationen in den USA ohnehin schrumpfen.“ NRG habe daher ein Gerät entwickelt, das es Betreibern erlaubt, ihre Anlagen ohne Abschaltzeiten kontinuierlich laufenzulassen und dabei dennoch Fledermäuse zu schützen.

Zweijährige Studie

Sara Weaver, Doktorandin an der Texas Stete University, die den Test in Los Vientos durchgeführt hat, sagt: „Unsere Ergebnisse von einer soliden zweijährigen Studie in einem laufenden Windpark zeigen, dass das Gerät die Tötungszahlen bei der Mexikanische Bulldoggfledermaus und bei der Eisgrauen Fledermaus deutlich reduziert hat.“ Der Testphase ist die Entwicklung des Gerätes vorausgegangen und die etwa ein Jahrzehnt dauernde Suche nach der passenden Technologie. Geführt wurde die Arbeit von der Fledermaus- und Windkraftvereinigung BWEC, die Vereinigung hat BCI bei der Koordination des Projekts geholfen.

Bisher ist das System nur in Nordamerika getestet worden. NRG plant aber, auch in Europa in der nächsten Zeit Tests durchzuführen, um festzustellen, wie effektiv das Gerät mit den dortigen speziellen Fledermausarten arbeitet. Das System soll 2019 bereits auf dem Markt sein.

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