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Windparkplaner

PNE-Übernahme durch Morgan-Stanley: Heuschrecke oder Unterstützer?

PNE AG willigt in Übernahmepläne durch Morgan-Stanley-Tochter ein. Bisherige Linie soll weiterverfolgt werden.

Inhaltsverzeichnis

Nicole Weinhold

Die PNE AG hat eine Investorenvereinbarung mit einer Tochtergesellschaft von Fonds geschlossen, die von der Morgan Stanley Infrastructure Inc. verwaltet und beraten werden und Teil von Morgan Stanleys globaler privater Infrastrukturinvestitionsplattform Morgan Stanley Infrastructure Partners ("MSIP") sind. Danach hat die Bieterin, die Photon Management GmbH, die Absicht zur Abgabe eines Übernahmeangebots zum Preis von gerade einmal vier Euro je PNE-Aktie veröffentlicht. PNE hat großes Zukunftspotenzial, weil das Unternehmen die Energiewende sehr breit aufgestellt denkt, etwa was die Wasserstoffgewinnung aus Offshore-Windparks anbelangt. Die Investorenvereinbarung enthält die Voraussetzungen und Bedingungen einer strategischen Beteiligung der Bieterin an der PNE AG einschließlich von Zusagen für Mitarbeiter und bestehende Geschäftsbereiche sowie der starken Unterstützung der Unternehmensstrategie, auch in finanzieller Hinsicht.

PNE habe MSIP in den Gesprächen als äußerst professionellen und weitsichtigen Partner kennengelernt, so Markus Lesser, Vorstandsvorsitzender der PNE AG. "Das starke Bekenntnis zu unserem langfristig angelegten Geschäftsmodell und insbesondere zu unserer Strategie ,Scale Up' sowie zu unseren Mitarbeitern und den bestehenden Geschäftsbereichen haben uns überzeugt." Nicht zuletzt begrüße man die gebotene attraktive Prämie für die Aktionäre. Gleichwohl sprechen Kleinaktionäre hinter vorgehaltener Hand von einer feindlichen Übernahme durch eine Heuschrecke. Sollte sich diese Vermutung bewahrheiten, wäre das sowohl für die Belegschaft als auch für die Energiewende schlecht.

Vorstand unterstützt Übernahme

Der von der Bieterin gegenüber PNE AG kommunizierte Angebotspreis entspricht einer Prämie von circa 31 Prozent auf den unbeeinflussten Aktienschlusskurs vom 26. August 2019 (3,05 Euro), und einer Prämie von circa 21 Prozent auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der letzten drei Monate (per 9. Oktober: 3,30 Euro). Das bewertet die PNE AG mit einem Eigenkapitalwert von rund 300 Mio. Euro. Vorstand und Aufsichtsrat der PNE AG sind zu der Einschätzung gelangt, dass es im Interesse der Firma und der Aktionäre ist, das Angebot zu unterstützen.

Die strategische Ausrichtung der PNE AG umfasst die gesamte Wertschöpfungskette der erneuerbaren Energien sowie die Veredelung von Strom. Mittels ,Scale Up' sollen die Erträge steigen und sich verstetigen. Durch eine signifikante Erhöhung des Service-Anteils und eine noch stärkere Diversifizierung im Projektgeschäft wird sich das Risikoprofil der Gesellschaft nachhaltig verbessern. In der unterzeichneten Investorenvereinbarung hat MSIP ein starkes Bekenntnis zu dieser Strategie ausgedrückt und unterstützt diese, auch in finanzieller Hinsicht.

"Betrachtet man den Wert der bestehenden Windkraftanlagen und des Portfolios an zukünftig noch zu projektierenden Anlagen, so können wir den gebotenen Übernahmepreis ebenfalls nur schwerlich nachvollziehen. Basierend auf den Unternehmensangaben und den von uns ermittelten Transaktionspreisen für bereits fertiggestellte Anlagen bzw. Anlagenportfolios haben wir einen Bruttowert des Portfolios von rund 470 Mio. Euro ermittelt. Unter Berücksichtigung

der Nettoverschuldung beträgt der Nettounternehmenswert deutlich rund 415 Mio. Euro. Somit errechnet sich ein Wert von deutlich über 5 Euro je Aktie. Vor diesem Hintergrund erscheint die angebotene Barabfindung aus unserer Sicht

nicht marktgerecht", so die Bewertung der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger zu dem Übernahmeangebot.

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