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Atomkraft-Ausstieg 

Brokdorf macht Platz für Windstrom 

In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur DPA sagte Albrecht, die Abschaltung des letzten noch verbliebenen Atomkraftwerks in dem nördlichsten und windenergiestarken deutschen Bundesland werde Kapazitäten in den großen Stromleitungen für mehr Windstrom-Exporte nach Süden zu den verbrauchsstarken deutschen Industrie- und Wirtschaftszentren freigeben. Daher werde es weniger Abschaltungen von Windkraftanlagen wie bisher in Zeiten bereits zu stark mit Strom geladener elektrischer Netze als bisher geben.

„Der Atomstrom verstopft unsere Netze vor allem in Richtung Süden“, sagte der Grünen-Politiker. Nach der Abschaltung des Atomkraftwerks Brokdorf an der Elbe mit knapp 1,5 Gigawatt (GW) Bruttoleistung und einer jährlichen Erzeugung von mehr als 10 Terawattstunden (TWh) werde der Norden Vorreiter für die Energiewende und die Ökostromproduktion sein. 2021 ist gemäß dem gesetzlich festgezurrten Ausstiegsfahrplan für die Atomstromerzeugung das letzte Betriebsjahr für das Kraftwerk Brokdorf, das der Meiler voraussichtlich mit einer Rekordstromproduktion von 11,5 TWh beenden wird.

Im Vergleich dazu betrugen die Abregelungen von Erneuerbare-Energien-Anlagen pro Jahr seit 2017 zwischen rund 3 und knapp 3,8 TWh. Alleine die Abregelungen von Windstrom an Land und auf See aufgrund überlasteter Stromtransportleitungen betrugen im vergangenen Jahr rund 3 GW – und im bisherigen Abregelungsrekordjahr 2019 sogar 3,65 GW. Die Netto-Stromexporte nach Süden betrugen 2020 bereits 5,8 TWh, bei jährlich mehr als 20 TWh Stromverbrauch im Land – bei 2019 beispielsweise 23,7 TWh.

Albrecht betonte, die Selbstversorgungsrate Schleswig-Holsteins mit Grünstrom habe schon jetzt einen Wert von 160 Prozent erreicht. Eine Unsicherheit für die Stromversorgung im Land durch das Abschalten des AKW bestehe daher nicht. Der Atomkraft-Ausstiegsfahrplan sieht das Abschalten der drei vorletzten Meiler Ende 2021 und der letzten drei Meiler Ende 2022 vor.

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