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Sektorkopplung

Power to X: Windstrom erzeugt Dampf für Papiermaschinen

In der friesischen Stadt Varel nutzt die Papierfabrik PKV überschüssigen Windstrom für die Papierproduktion.

Inhaltsverzeichnis

Katharina Wolf

Power to X oder auf deutsch Sektorenkopplung ist ein wichtiger Baustein der Energiewende. Die Gretchenfrage: Wie kann der Verbrauch an die volatile Stromerzeugung aus Wind und Sonne angepasst werden?

Eine Antwort hat jetzt die Papier- und Kartonfabrik Varel (PKV) in Friesland gegeben. Sie erprobt ein Modul, das Windstrom-Spitzen nutzen kann, um damit Dampf für die Papierproduktion zu erzeugen. Im Rahmen des Verbundprojektes Enera testet das Werk, wie überschüssiger Strom schnell und einfach in Dampf umgewandelt wird, den die Papiermaschinen zur Trocknung der Papierbahn benötigen.

PKV wird in virtuelles Kraftwerk eingebunden

Und das funktioniert folgendermaßen: Das Power to Heat-Modul wird in das so genannte Virtuelle Kraftwerk des Partners EWE eingebunden. Ist mehr Windstrom im Netz der EWE als gebraucht, wird er zur Dampferzeugung genutzt. Durch die Einbindung in das Virtuelle Kraftwerk nimmt die PKV zudem am Enera Flexmarkt, einer regionalen Handelsplattform für Strom, teil. Jede Tonne Dampf, die durch Strom aus dem Kraftwerk oder aus dem Netz erzeugt wird, spart am Ende Erdgas und somit CO2. Das Modul ist dabei laut PKV sowohl in der Lage, Strom aus dem eigenen Kraftwerk als auch aus dem Stromnetz der EWE umzuwandeln.

Die PKV hat sich zum Ziel gesetzt, langfristig komplett CO2-neutral zu produzieren. Das Unternehmen investiert nach eigenen Angaben unter anderem massiv in die Energieeffizienz seiner Anlagen. Die pro Tonne Papier aufgewandte Energie soll in den kommenden Jahren um 23 Prozent sinken.

„Wir sehen diese erprobte und unkomplizierte Technologie als weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg, in Zukunft einmal CO2-neutral zu produzieren“, so PKV-Gesellschafter Kristian Evers.

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