Foto: Oersted

New Jersey

Schon bald: Gigawatt-Windpark vor US-Küste

Der erste große Offshore-Windpark der Vereinigten Staaten könnte 2024 das 1,1-Gigawatt-Projekt Ocean Wind werden. Projektierer will nun schnell planen.

Inhaltsverzeichnis

Tilman Weber

Der dänische Energiekonzern und Weltmarktführer bei Entwicklung und Betrieb von Offshore-Windparks Ørsted hat von der Regulierungsbehörde für Versorgungsunternehmen New Jersey Board of Public Utilities (NJBPU) den Auftrag zur Entwicklung seines Gigawattprojektes Ocean Wind erhalten. Wie NJBPU nun mitteilte, darf der dänische Offshore-Windkraft-Spezialist nun das Projekt weiterentwickeln und mit einem Anfangsverkaufspreis im ersten Jahr von 98,1 US-Dollar pro eingespeiste Megawattstunde (MWh) ans Netz bringen. Kooperationspartner ist der Energieversorger PSEG. Für eine 20-jährige Laufzeit könne Ørsted nun den Offshore Wind Renewable Energy Credit (OREC) aushandeln, mit dem der Windpark dann so lange vergütet werden soll.

Die Dänen kündigten an, den Windpark bis 2024 ans Netz bringen zu wollen, vorbehaltlich lediglich der noch ausstehenden finalen Investitionsentscheidung. Das Projekt vor der Küste des Bundesstaats New Jersey erhielt den Zuschlag in der ersten von drei geplanten Ausschreibungen. Der Tender hatte Ende 2018 stattgefunden. Mit den zwei folgenden Ausschreibungen in den Jahren 2020 und 2022 will der Bundesstaat zunächst einen Ausbau der Offshore-Windkraft auf 3,5 Gigawatt erreichen.

Wettbewerber Shell, Equinor, EDF

Mitbewerber im ersten Tender waren der norwegische Ölkonzern Equinor sowie eine gemeinsame Projektentwicklungsgesellschaft des französischen Energiekonzerns EDF Renewables und der Öl-Konzerntochter Shell New Energies. Als Begründung für die Entscheidung pro Ørsted erklärte NJBPU: Der dänische Projektierer biete nicht zuletzt durch die am besten abgesicherten Zusagen über einen hohen Anteil regionaler Wertschöpfung mit Beteiligung von ansässigen Unternehmen, durch eine gute Dokumentation von Maßnahmen zur Garantie möglichst geringer Einwirkung auf die Umwelt und durch seine breite Konzernstruktur die größten Vorteile für den Bundesstaat.

Für Ørsted selbst würde Ocean Wind nicht das erste, aber das vorerst größte US-Offshore-Windprojekt werden. So sicherte sich der dänische Offshore-Windkraft-Riese bereits die Rechte an den Windpark-Vorhaben Skipjack vor dem US-Bundesstaat Maryland mit 120 Megawatt (MW) sowie South Fork vor New York mit 130 MW, die nach den Planungen bereits 2022 ans Netz sollen. Außerdem befindet sich im Portfolio der Dänen das Projekt Revolution Wind mit 704 MW vor Rhode Island und Connecticut mit einer geplanten Fertigstellung im Jahr 2023.

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