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Naturschutz

Schweinswale nicht nachweislich gefährdet durch Offshore-Windparks

Der Bundesverband der Windparkbetreiber Offshore (BWO) hat eine Studie zu Auswirkungen von Offshore-Rammarbeiten auf Schweinswale veröffentlicht.

Inhaltsverzeichnis

Nicole Weinhold

In den vergangenen Jahren hat es viele Streitigkeiten zwischen dem Ausbau erneuerbarer Energien auf der einen und Tier- und Umweltschutz auf der anderen Seite gegeben. Der Schweinswal verkörpert diesen Konflikt zwischen Offshore und Naturschutz. Er ist die einzige Walart, die ganzjährig in der deutschen Nord- und Ostsee vorkommt und daher für den Naturschutz eine besondere Bedeutung hat. Hinzu kommt, dass Schweinswale grundsätzlich als gefährdet gelten. Tierschützer gehen daher zunehmend massiv gegen den Ausbau von Offshore-Windkraftanlagen vor.

Verbesserter Schallschutzmaßnahmen

Die Forscher konnten mit den Ergebnissen der Studie „Auswirkungen von Offshore-Rammarbeiten auf Vorkommen des Schweinswals in der Deutschen Bucht“ – kurz GESCHA2 zeigen:

1. Ein Effekt der Bauvorhaben auf Populationsebene ist nicht nachweisbar.

2. Dennoch – und hier wird es etwas technisch – lassen sich trotz verbesserter Schallschutzmaßnahmen kurzzeitige Scheucheffekte auch weiterhin bis in eine Entfernung von 10 bis 20 km während der Rammarbeiten feststellen. Allerdings kehren die Tiere ca. 24 Stunden nach deren Ende zurück.

Konfliktlöser Studie?

Ob die Ergebnisse der Studie den Konflikt zwischen erneuerbaren Energien und Naturschutz werden lösen können, bleibt abzusehen – sie bieten allerdings Anlass, dieses schwierige Problem abermals zu thematisieren. Denn ohne den Ausbau der Offshore-Windenergie wird es keine erfolgreiche Energiewende in Deutschland geben - ohne erfolgreiche Energiewende keinen Erfolg beim Klimaschutz - und ohne erfolgreichen Klimaschutz keine Möglichkeit, die Flora- und Faunahabitate zu schützen. Die Studie finden Sie hier.

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