Foto: Vattenfall

Photovoltaikanlage

Ski-WM wird klimafreundlich

Bei der diesjährigen Skiweltmeisterschaft haben die Veranstalter alles unternommen, um den CO2-Fußabdruck zu verringern. Herzstück des gesamten Energiesystems ist eine große Solaranlage.

Bei der diesjährige Skiweltmeisterschaft im schwedischen Åre geht es nicht nur um Medaillen, sondern auch um Klimaneutralität. Der Veranstalter legt Wert darauf, den CO2-Fußabdruck der gesamten Veranstaltung so weit wie möglich zu reduzieren.

Um das zu erreichen, wurde ein umfangreicher Plan ausgearbeitet, wie die Umweltbelastung reduziert werden kann. Das Ergebnis: Zunächst wurde eine 380 Quadratmeter große Solaranlage installiert. Diese erzeugt selbst im nordschwedischen Winter noch genügend Strom, um etwa zwei Drittel des gesamten Energie- und Kraftstoffverbrauchs abzudecken. Das zumindest prognostiziert Riikka Rakic, der auf Seiten des Veranstalters für die Nachhaltigkeit verantwortlich ist. „In bestimmten Fällen sind aus Gründen der Sicherheit konventionelle Kraftstoffe unverzichtbar, zum Beispiel bei den Rettungshubschraubern“, sagt Rakic. „In anderen Fällen, in denen eine komplett fossilfreie Alternative aufgrund des Risikomanagements nicht verfügbar war, haben wir Alternativen gefunden, was den CO2-Fußabdruck ebenfalls verringert. Es ist das erste Mal, dass die Alpine Skiweltmeisterschaft auf diese Weise organisiert wird und wir fühlen uns wirklich als Pioniere.“

Auf Elektrofahrzeuge gesetzt

Mit der Solaranlage als Herz kann der Veranstalter dies durchaus erreichen. Denn der gesamte Shuttleservice für die Besucher von und zu den Austragungsorten wird komplett mit elektrisch angetriebenen Fahrzeugen gestemmt. Dazu kommen noch zehn rein elektrisch betriebene Schneemobile. Um die Fahrzeuge zu betanken, hat der Energieversorger Vattenfall 20 Schnellladestationen installiert. Damit der Eigenverbrauch des Solarstroms weiter steigt, hat Vattenfall auch noch einen großen Batteriespeicher installiert.

Speicher reduziert Stromspitzen

Immerhin 8,5 Tonnen wiegt das Speichersystem, das komplett mit Fahrzeugbatterien von BMW ausgestattet ist. Damit erreichen die Planer, dass der Speicher mit einer Leistung von 240 Kilowatt Strom ins Netz drücken kann. Die Batteriekapazität beträgt 336 Kilowattstunden. Der Speicher wird vor allem als Puffer für den Betrieb von acht Ladepunkten an vier Ladesäulen genutzt. Er reduziert die Lastspitzen beim gleichzeitigen Laden der Elektrofahrzeuge und senkt damit die Belastung des örtlichen Stromnetzes. „Mit dieser Kombination aus Speicher- und Ladeinfrastruktur wollen wir zeigen, dass die Elektromobilität als Alternative zu Verbrennungsmotoren bereits jetzt auch in Regionen genutzt werden kann, die über eine weniger starke Netzinfrastruktur verfügen, wie es hier in der Bergregion um Åre der Fall ist“, sagt Pontus Karlsson aus der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Vattenfall. „Der Einsatz dieser smarten Technologie ist unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit eine echte Alternative.“

Speicher bei tiefen Temperaturen testen

Die Skiweltmeisterschaft 2019 in Åre ist nach ISO 20121 zertifiziert, was unter anderem bedeutet, dass die Klimaauswirkungen auf standardisierte Weise erfasst und bewertet werden. Nach dem Ende der Ski-WM wird Vattenfall diese mobile Speichereinheit für weitere Anwendungen nutzen. Unter anderem untersucht Vattenfall das Verhalten des Systems bei tiefen Temperaturen. Auch die Solaranlage auf dem Gebäude im Zielbereich, in dem sich die Büros des schwedischen Skiverbands hier in Åre befinden, werden in Zukunft Strom erzeugen. „Damit kann das Gebäude in Zukunft den größten Teil seines Energiebedarfs aus eigener Erzeugung decken“, sagt Lasse Ejeklint, Klimacoach von Vattenfall.

Foto: Julia Nowak/Deutscher Bundestag

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