Drei Windparks mit Enercon-Windenergieanlagen in Schleswig-Holstein stellen für den Übertragungsnetzbetreiber Tennet rund 28 Megawatt (MW) an Flexibilität zur Verfügung, um sie als automatische Frequenzregelreserve oder – kürzer – für die Sekundärregelung zu nutzen. Wie der ostfriesische Windturbinenhersteller und die Technologiepartner Engelhart Commodities Trading Partners (ECTP) und Gridfuse am Mittwoch erklärten, konnten die Partner nachweisen, dass dank inovativer Prognose- und Regelungstechnologie sich Windparks in Gruppen ebenso präzise für eine Frequenzstabilisierung im Stromnetz regeln lassen wie mit fossilen Brennstoffen betriebene konventionelle Kraftwerke.
Primär- und Sekundärregelleistung erweitert
Die Sekundärregelleistung – auch Automatic Frequency Restoration Reserve (AFRR) genannt – muss als automatisch aktivierte Reserveleistung binnen 30 Sekunden nach ihrer automatischen Aktivierung beginnen, nach fünf Minuten vollständig zur Verfügung stehen und 15 Minuten lang im Netz zum Einsatz kommen können. Die Sekundärregelleistung gleicht dabei nach kurzfristigen Frequenzschwankungen über und unter den Zielwert von 50 Hertz die Einspeise-Über- und Unterdeckungen aus, um die Netzfrequenz wieder auf den Sollwert zu stabilisieren.
Der Sekundärregelreserve geht bei Frequenzschwankungen zuerst die Primärregelserve voraus, die die ersten Sekunde bei Frequenzschwankungen überbrückt. Nach der Sekundärreserve folgt zur längerfristigen Stabilisierung der Netzfrequenz die Tertiärregelreserve oder Minutenreserve, um notfalls auch eine Stunde lang der Frequenzschwankung entgegenzuwirken. Die Frequenzschwankungen entstehen, wenn Stromabnahme und Erzeugung in Ungleichgewicht geraten oder plötzliche Änderungen zum Beispiel im Verbrauch die Frequenzabweichungen erzeugen.
Schon seit dem Februar 2025 vermarktet Engelhart die Flexibilität der Enerconanlagen als Tertiärregelreserve am Markt für Minutenregelleistungen mit rund 100 Megawatt (MW) und 20 Windparks. Von diesen gingen nun drei Windparks am Standort Huje in die Sekundärregelreserve. Die drei Partner testen derzeit nun weitere Enercon-Windenergieanlagen um das Portfolio für die Sekundärregelreserve zu vergrößern.