Montage an einem Rotorblatt der "Feather Edge" genannten Serratins-Technik, die Eigenschaften von Eulenfedern in den Rotorflug einbringen: Die nachtaktiven Jagdvögel fliegen fast geräuschlos. Die vom kanadisch-niederländischen Unternehmen Biome Renewables designten Blatthinterkantenprofil-Aufsätze sollen den Rotorschall um weitere zwei bis drei Dezibel verglichen mit Standardserrations reduzieren.
Lesen Sie den ganzen Artikel unserer Sonderstrecke zur Windernte-Verbesserung in bestehenden Turbinenparks oder an sich dem Baustart nähernden Windpark-Projekten! Diese thematische Sonderstrecke mit Innovationen von Innovationen von DNV, Biome Renewables, Identiflight und Altosens ist in unserem aktuellen Juni/Juli-Heft erschienen. Sie können sie hier für begrenzte Zeit frei herunterladen.
Verbesserer der Windernte wäre auch eine passende Zuschreibung für den Akustik-Experten bei DNV, Axel Sachse. Das weiß er selbst. Akustiker der 100 Messtechnik-Beschäftigten am schleswig-holsteinischen Kaiser-Wilhelm-Koog wie er steckten heutzutage für Windpark-Projektierende den „Spielraum für eine ertragsoptimierte Windparkauslegung“ ab, sagt er. Seit 20 Jahren hört Sachse nun Windenergieanlagen im Wortsinne zu. Nicht ununterbrochen: Nach Anfangsjahren als Projektingenieur für Lärm- und Akustikmessungen von 2005 bis 2007 des damaligen Unternehmens Windtest im Kaiser-Wilhelm-Koog folgten acht Jahre bei Nachfolgebetrieben in anderen Messfeldern, ehe er 2015 als Senior-Ingenieur zu den Akustik-Messungen zurückkam. Seit 2017 ist er Principal Engineer Windturbinenakustik an alter Wirkstätte, die nun zum norwegischen Ingenieurdienst DNV gehört.
Mit so viel Zuhörer-Erfahrung und bester Messtechnik des akkreditierten, öffentlich bestätigten Prüflabors hat Sachse einen Bedeutungswandel der Lärmmessungen erkannt: Nach Einführung sogenannter Vortex-Generatoren vor 20 Jahren – Reihen flossenförmiger Strukturen auf den Blattoberseiten, den aerodynamischen Ansaugseiten der Windturbinenflügel – setzten sich vor mehr als zehn Jahren die Serrations durch. Anfangs glichen diese akustisch schlechte Blattprofile aus. Nun sind die Gefieder oder Drachenschwingen-artigen Fransen an der Blatthinterkante fast Standard. So seien Lärmmessungen bei DNV längst nicht mehr nur ein Datensammeln, um Windkraftanlagen gemäß Bundesimmissionsschutzgesetz zuzulassen, deutet Sachse an. Da Serrations den Rotor ein bis zwei Dezibel leiser machen, fallen nächtliche Lärmschutzauflagen geringer oder ganz aus: Die Anlagen müssen die Rotordrehzahl dann nicht mehr oder nur noch weniger drosseln. Das bringe nachts „pro Anlage mehrere 100 Kilowatt zusätzliche maximale Erzeugungskapazität“, sagt Sachse (siehe Interview rechts).
Gemäß Lärmschutzvorgaben dürfen Windturbinen tagsüber in den üblichen …
X00: Mehrere 100 Kilowatt zusätzliche maximale Erzeugungskapazität bringen neu montierte Serrations am Rotorblatt in Verbindung mit Messungen durch ein akkreditiertes Prüflabor ein – nachts, weil die Abschaltungen zum Lärmschutz wegfallen.