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Lidl- und Kaufland-Konzern plant Windkraftnutzung und Datenverarbeitung bei Rostock

Eine Partnerschaft mit dem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern soll die Grundlage der Ansiedlungspläne für ein Rechenzentrum mit 240 Megawatt (MW) Verbrauchsleistung sein. Wie die Schwarz-Gruppe und das Büro der Ministerpräsidentin Manuela Schwesig am Donnerstag bekannt gaben, soll die Ansiedlung am lange umstrittenen Standort Dummersdorf südlich von Rostock einen „zentralen, souveränen Knotenpunkt“ für die Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in Europa entstehen lassen. Dabei sollen hier zunächst die Rechner für die Liefer- und Bestellprozesse, Bezahlvorgänge und Kundenbindungsprogramme der Schwarz-Gruppe selbst einen Platz erhalten. In einer zweiten Ausbaustufe bis 2045 werde der Konzern möglicherweise die Anschlusskapazität am Standort auf ein Gigawatt (GW) ausbauen und das Rechenzentrum für die Rechenleistungen und das Datenmanagement anderer Akteure und Unternehmen in Dienst stellen, machte Schwarz-Gruppe-Komplementär Gerd Chrza­nows­ki deutlich.

Wichtiger Faktor für den Ansiedlungsentschluss soll die gute Verfügbarkeit von grünem Strom in dem eher dünn besiedelten Bundesland mit im Bundesvergleich eher viel Windkraft gewesen sein, so erklären es beide Seiten. Das Unternehmen könne auch Garant für eine hohe Grundlast sein, sagte Schwesig. Sie verwies damit auf den Nutzen auch für die regionale Energiewirtschaft, den Strom regional abzunehmen, statt ihn quer durch Deutschland zu großen Verbrauchern in südlichen Wirtschaftszentren transportieren zu müssen. Zugleich sollen 120 Millionen Euro Landeszuschuss für das Bauprojekt zugesichert worden sein, wie auch der Fernsehsender ARD bereits meldet. Die Schwarz-Gruppe profitiert außerdem von der Partnerschaft, da sie die öffentliche Verwaltung mit technischen digitalen Anwendungen versorgen soll. Die Zusammenarbeit solle „als Blaupause für die gesamte Bundesrepublik Deutschland dienen“, teilte der Konzern mit.

Auch ein Fernwärmeprojekt gehört zu dem Bauvorhaben. Datenzentren erzeugen viel Arbeitswärme ihrer Rechner, um zwei Grad Celsius steigt bis in 10 Kilometer Entfernung die Temperatur rings um den Standorts an. Die Abwärme soll nun energetisch zur Versorgung in Rostock beitragen und thermische Energie in ein Fernwärmenetz einbringen. Ein 200-Megawatt-Rechenzentrum baut der Konzern aktuell in Brandenburg für rund elf Milliarden Euro.