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Der Energiekonzern RWE hat seine ersten kommerziellen Agri-PV-Anlagen in Italien gebaut. Eine der beiden Anlagen steht in Morcone in der Provinz Benevento in Kampanien im Süden des Landes. Der Generator erreicht eine Leistung von 9,8 Megawatt. Eine zweite Anlage mit einer Leistung von 9,3 Megawatt hat RWE in Acquafredda, nur wenige Kilometer weiter südlich von Morcone, errichtet.
Insgesamt rund 32.500 Solarmodule haben die Installateure auf den beiden Agrarflächen installiert, die weiterhin für die Landwirtschaft genutzt werden. Dazu wurden die Module auf einem drei Meter hohen Trackersystem mit beweglicher Achse installiert. Die erhöht den Energieertrag der Photovoltaikanlage, während die Landnutzung optimiert ist. Denn durch die hohe Aufständerung des Trackers ermöglicht das System, mehr Land für den Ackerbau zu nutzen als bei herkömmlichen Solaranlagen.
Solaranlage schützt vor zu viel Sonne
Schließlich spendet die Solaranlage Schatten für die Pflanzen in den heißen Sommermonaten. Dadurch wird der Lichteinfall auf die Pflanzen reduziert. Sie sind weniger Hitzestress ausgesetzt und können mehr Wasser nutzen. Dadurch wachsen sie besser. Die Module bewahren die Pflanzen aber auch vor anderen Wetterereignissen wie Hagel, Frost oder Starkregen. Für die landwirtschaftlichen Aspekte der Projekte sind die örtlichen Landwirte verantwortlich. Dazu gehören die Auswahl der passenden Pflanzen, deren Anbau und Ernte. Dies werden sie in Absprache mit den Flächeneigentümern vornehmen. Geplant ist der Anbau von traditionellen Pflanzen wie Luzerne, Hafer, Ackerbohne, Rosmarin und Kamille sowie anderen medizinischen Kräutern.
Weitere Projekte geplant
Für RWE ist die Kombination von Landwirtschaft und Photovoltaik im sonnigen Italien perfekt, wie es Sopna Sury, CEO von RWE Renewables Europe & Australia, ausdrückt. „Die fortschrittliche Agri-PV-Technik ermöglicht es uns, die Nutzung der knappen Ressource Land verantwortungsvoll und effizient zu nutzen, indem wir auf derselben Fläche zwei verschiedene Erträge erzielen – landwirtschaftliche Erzeugnisse und erneuerbare Energie. Ich freue mich sehr, dass unsere weltweit ersten Agri-PV-Projekte im kommerziellen Maßstab nun in Betrieb sind“, sagte Sury.
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Es wird nicht die letzte Agri-PV-Anlage sein, die RWE in Italien in Betrieb nimmt. Das Unternehmen hat bereits damit begonnen, weitere 50.000 Solarmodule auf ähnlichen Systemen zu installieren. Die Agri-PV-Pipeline von RWE in Italien umfasst eine Leistung von 38,2 Megawatt. Dabei handelt es sich um eine zweite Agri-PV-Anlage, die RWE in Acquaredda mit einer Leistung von 11,7 Megawatt errichtet. Dazu kommt noch eine Anlage in Cave in Kalabrien mit einer Leistung von neun Megawatt. Zwei weitere Solaranlagen zur Doppelnutzung der Agrarfläche entstehen in Sizilien. In Enna baut RWE ein System mit einer Leistung von 9,5 Megawatt und in Carcitella entsteht ein weiterer Generator mit acht Megawatt Leistung. Alle diese Anlagen sollen noch 2026 in Betrieb gehen.
Wissenschaftliche Begleitung vorgesehen
Die beiden jetzt fertiggestellten Anlagen werden mittels eines dreijährigen Monitoringprogramms wissenschaftlich begleitet. Hier arbeitet RWE mit dem Department of Agricultural Sciences at the University of Naples Federico II (UNINA) zusammen. Das Forscherteam der UNINA wird die ökologischen und agronomischen Auswirkungen der Agri-PV-Anlagen auf Boden, Nutzpflanzen und auf das Ökosystem beobachten.
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Dazu führen die Wissenschaftler agrometeorologische Messungen durch und zeichnen die Bodenparameter im Zusammenhang mit der chemischen und biologischen Fruchtbarkeit auf. Sie werden zudem die enzymatischen Aktivitäten, die mikrobielle Vielfalt und die Mesofauna analysieren. Außerdem bewerten sie den ökologisch-physiologischen Zustand und den Ertrag der Kulturpflanzen sowie der Bestäubergemeinschaften und die natürliche Vegetation. Diese Initiative ist Teil des Engagements von RWE, bis 2030 einen positiven Nettoeffekt auf die biologische Vielfalt zu erzielen, wie das Unternehmen erklärte. (su)