Der Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV) bietet eine gezielte Beratung und umfangreiche Informationen für Betreiber von alten Solaranlagen. Damit reagiert der Verein auf die Tatsache, dass seit 2020 immer mehr Photovoltaikanlagen aus der 20-jährigen Förderung fallen, aber dennoch üppig Strom liefern. Allein für die nächsten drei Jahre rechnet der SFV mit rund 400.000 Anlagen, deren Einspeisevergütung ausläuft. Bis 2033 steige diese Zahl auf mehr als eine Million Anlagen mit einer Gesamtleistung von 15 Gigawatt. Damit erreicht die Leistung dieser sogenannten Ü20-Anlagen den Wert des gesamten Solarzubaus des Jahres 2025.
Bei den Beratungen des SFV geht es in erster Linie um die Möglichkeiten des wirtschaftlichen Weiterbetriebs der Ü20-Anlagen. Das ist eine Herausforderung. Denn die meisten dieser Anlagen wurden für die Volleinspeisung des produzierten Stroms ans Netz angeschlossen. Der Eigenverbrauch kam erst viel später als Geschäftsmodell hinzu. Damit diese Anlagen wirtschaftlich weiterbetrieben werden können, sind fast immer Umstellungen und Investitionen notwendig.
Tragfähige Weiterbetriebsstrategien entwickeln
Schließlich dürfen aufgrund der installierten Leistung diese Anlagen nicht einfach zum Auslaufmodell werden. „Ü20-Anlagen leisten weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Stromversorgung und zur Energiewende – ihr Wegfall wäre energiepolitisch fatal“, warnt Susanne Jung, leitende Geschäftsführerin des SFV. Sie verweist darauf, dass die ältesten Anlagen seit 36 Jahren laufen – viele ohne nennenswerten Leistungsabfall. Daher möchte der Verein eine unnötige Abschaltung oder einen vorzeitigen Rückbau der Anlagen verhindern.
Weiterbetrieb mit PPA oder Repowering?
Um dies zu erreichen, bietet der Verein seit Januar 2026 kostenfreie Gruppen- und Einzelberatungen speziell für Ü20-Anlagen an. Ziel ist es, eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen und gemeinsam tragfähige Weiterbetriebsstrategien zu entwickeln, teilt der SFV mit. Betroffene Anlagenbetreibende sind eingeladen, sich beim SFV für eine Beratung zu melden.
Solarbrief zum Thema Altanlagen
Das Beratungsangebot wird flankiert von einem kürzlich erschienenen Solarbrief-Magazin des Vereins mit dem Schwerpunkt „Ü20-Anlagen 1×1“. Dieser Solarbrief beantwortet dabei alle zentralen Fragen rund um den Weiterbetrieb von Ü20-Anlagen. In ihm werden nicht nur die vier wichtigsten Optionen nach dem Ende der EEG-Förderung vorgestellt. Er enthält auch detaillierte Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Außerdem erläutern die Expert:innen des Vereins, worauf beim möglichen Rückbau einer Photovoltaikanlage zu achten ist. Hier spielen unter anderem die gesetzlichen Regelungen für das Recycling – oder, wenn möglich, die Weiterverwendung – der Altmodule eine entscheidende Rolle.
Power-to-Heat: Lösung für Post-EEG-Anlagen
Der Verein ergänzt sein Beratungsangebot durch weitere Informationsveranstaltungen. So führt er am 11. März 2026 ein Webinar zum Thema Weiterbetrieb von Ü20-Anlagen durch. Die nächsten Gruppenberatungen finden am 26. März und am 25. Juni 2026 statt. Links zur Anmeldung finden Sie auf der Veranstaltungswebseite des SFV.