Der Preisanstieg bei Solarmodulen der vergangenen Monate setzt sich fort. Inzwischen sind sie im Vergleich zum Anfang dieses Jahres um ein Viertel bis fast ein Drittel teurer geworden. So bezahlen Projektierer und Handwerksbetriebe inzwischen für Standardmodule 13 Cent pro Watt. Das ist – genauso wie im Vormonat – eine Steigerung um einen halben Cent pro Watt.
Einen ebenso großen Schritt haben die Preise für komplett schwarze Module hingelegt. Sie sind auf 16,5 Cent pro Watt gestiegen und damit durchschnittlich um einen Cent pro Watt teurer als noch vor vier Wochen.
Mit insgesamt 30,4 Prozent Steigerung seit Anfang dieses Jahres werden die hocheffizienten Module mit einem Wirkungsgrad von mindestens 23 Prozent und modernen Zelltechnologien die heftigste Preissteigerung hingelegt. Sie werden inzwischen für durchschnittlich 15 Cent pro Watt gehandelt. Das ist ein Cent pro Watt mehr als noch im Vormonat.
Produktionskapazitäten sind begrenzt
Martin Schachinger, Geschäftsführer des Online-Marktplatzes für Solarkomponenten PV Xchange, führt die Steigerungen in den hohen Leistungsklassen primär auf die in diesem Bereich begrenzten Produktionskapazitäten zurück. „Vielleicht hat man sich auch zu viel versprochen von der Effizienzsteigerung durch neue Zellformate und -technologien“, sagt er. „Der Kunde erwartet nun im Dachsegment Leistungen nahe der 500-Watt-Grenze. Diese Produkte sind aber nicht in beliebiger Menge verfügbar. Den Rest regeln Angebot und Nachfrage.“ Die Preise in diesem Segment haben inzwischen das Niveau übertroffen, das Martin Schachinger schon im Januar prognostiziert hatte, wenn auch einen Monat später als erwartet.
Wie lange die Preissteigerungen noch weitergehen, ist weiterhin unklar. Schließlich spürt PV Xchange bereits eine wieder sinkende Nachfrage. „Sie liegt insgesamt in den ersten vier Monaten des Jahres etwa zwölf Prozent unter der Nachfrage im entsprechenden Vorjahreszeitraum“, weiß Martin Schachinger.
Preise hängen auch am Krieg im Persischen Golf
Deutschland sei zwar schon lange nicht mehr ausschlaggebend für die Preisentwicklung von Solartechnik im internationalen Umfeld. „Ob sich der Trend noch bis weit in den Sommer hält oder bald umkehrt, hängt maßgeblich von der Entwicklung an den internationalen Krisenherden und der damit verbundenen Energiepreissteigerung ab. Entspannt sich die Lage dort, entspannen sich auch die Produktions- und Transportpreise“, prognostiziert der PV-Xchange-Chef. Dann könnten die Module wieder preiswerter werden, wenn die Nachfrage nicht plötzlich wieder anzieht.