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Schnellladen ohne Netzausbau

Nicole Weinhold

Elektrifizierung ist für viele Fuhrparkverantwortliche kein Luxusprojekt mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit. Doch der Umstieg auf E-Fahrzeuge wird meist von zwei limitierenden Faktoren gebremst: den Investitionskosten und der Ladeinfrastruktur. Hier setzt die Firma ADS-Tec Energy mit ihrer Schnellladelösung Chargepost an. Die patentierte Ladestation mit integrierter Batterie ermöglicht ultraschnelles DC-Laden selbst dort, wo die Netzanschlussleistung gering ist – und ermöglicht so den Wandel im Flottenbetrieb.

Marc Hecker, Inhouse Strategy Consultant bei ADS-Tec Energy, stellt im Rahmen eines Webinars, das jetzt auf www.erneuerbareenergien.de abrufbar ist, fest: „Viele verstehen noch gar nicht, wie stark der Kostenvorteil einer Elektroflotte im Vergleich zur klassischen Verbrennerflotte ist.“

Die Einsparungspotenziale gegenüber Verbrennern, aber auch gegenüber Schnellladesäulen ohne Speicher ergeben sich aus mehreren Kostentreibern, die der Chargepost gezielt eliminiert. Bei einem herkömmlichen 300-Kilowatt(kW)-Schnelllader muss der Standortbetreiber eine teure Erweiterung des bestehenden Netzanschlusses veranlassen, was laut Hecker „schnell bei einem sechsstelligen Betrag liegt“. Baukostenzuschüsse, steigende Netzgebühren und hohe Leistungspreise machen die Installation zu einem langfristig teuren Unterfangen. Der Chargepost dagegen lädt direkt aus dem Niederspannungsnetz. Der Strom wird in der integrierten Batterie mit einer Speicherkapazität von 201 kWh gespeichert und kann dann bei Bedarf mit bis zu 300 kW oder zweimal 150 kW an Elektrofahrzeuge abgegeben werden. Ein zusätzlicher Netzausbau entfällt vollständig, ebenso die langwierigen Genehmigungsverfahren. Die Investitionssummen sinken dadurch im Durchschnitt um bis zu 30 Prozent, verglichen mit herkömmlichen Schnellladern und deren Netzverstärkung.

Hecker betont den regionalen Vorteil: „Unsere Kunden sparen im Vergleich mit einer Verbrennerflotte bis zu 20 Prozent ihrer gesamten Flottenkosten pro Jahr, wenn sie die Ladeinfrastruktur richtig dimensionieren – also batteriegepuffert vor Ort laden anstatt öffentlich.“

Diese Wirtschaftlichkeit lässt sich auch zeitlich belegen: Der Break-Even tritt beim Chargepost laut Hecker nach etwa sieben Jahren ein; herkömmliche Systeme benötigen zwischen 18 und 30 Jahre. Flotten werden damit nicht nur schneller elektrifizierbar – sie senken auch operative Kosten in der frühen Lebensphase.

Hinzu kommt eine hohe Förderfähigkeit: Dank des deutschen Investitionsboosters können Ladeinfrastruktur und Fahrzeuge mit 30 Prozent degressiv pro Jahr abgeschrieben werden. In Summe entsteht eine wirtschaftlich wie steuerlich attraktive Lösung.

Modular einsetzbar

Die integrierte Batterie ermöglicht nicht nur hohe Ladeleistungen, sondern eröffnet zusätzliche Optionen: die bessere Nutzung von PV-Erträgen, die Entlastung des Netzanschlusses und flexible Steuerungsmöglichkeiten. Gerade in Gewerbegebieten oder an Firmenstandorten, an denen Genehmigungen und Tiefbauarbeiten zeitintensiv sind, kann das den Ausschlag geben.

Durch die integrierte Batterie puffert der Schnelllader Strom aus dem Niederspannungsnetz.

Während für Standard-Schnelllader über ein Jahr für Genehmigung und Trafolieferung einzuplanen ist, ist der Chargepost bereits innerhalb von drei bis vier Monaten betriebsbereit. Weil kein Mittelspannungsanschluss nötig ist, fällt die komplexe Abstimmung mit dem Netzbetreiber weg. Der Standort kann frei gewählt werden – ob auf dem Betriebshof oder an einer dezentralen Zweigstelle.

Zusätzliche Erlöse und Digitalisierung

Mit den beiden integrierten DOOH-Displays (Digital Out of Home) lassen sich Werbe- und Informationsinhalte – vom Kantinenplan bis zu externen Anzeigen – ausspielen. Betreiber generieren dadurch fortlaufende Zusatzerlöse und steigern ihr Employer Branding. Gleichzeitig werden CO₂-Emissionen automatisiert erfasst und in das Flottenmanagement integriert.

Ab einer Ladeinfrastruktur von rund 20 Einheiten kann der Betreiber seine Chargeposts zu einem virtuellen Kraftwerk (VPP) bündeln und aktiv am Energiemarkt teilnehmen – durch Netzdienstleistungen wie Lastverschiebung oder Regelenergie. Damit entsteht ein zusätzlicher Einnahmehebel, der den ROI nochmals verbessert.

Die Verbindung aus technischer Effizienz, schneller Amortisation und neuartigen Nutzungsmöglichkeiten bescherte ADS-Tec und dessen Gründer und CEO, Thomas Speidel, unter anderem den Deutschen Umweltpreis (2024) und den German Innovation Award (2024).

Monitoring und Service

Hinter einer hohen Wirtschaftlichkeit steht immer zuverlässiger Betrieb. ADS-Tec Energy hebt sich durch einen Serviceansatz auf Industrieniveau ab – mit über 30 Service-Mitarbeitern in Deutschland und den USA sowie mehr als 30 zertifizierten Servicepartnern weltweit.

Udo Steinhauser, Vice President Service bei ADS-Tec Energy, beschreibt den Anspruch: „Ich stelle immer die Frage: Wann waren wir das letzte Mal an einer Tankstelle, die nicht funktioniert hat? Genau diese Verfügbarkeit muss auch ein Ladepunkt bieten.“ ADS-Tec erreicht bei seinen über 2.000 überwachten Ladepunkten eine Verfügbarkeit von über 97 Prozent, was ein sehr guter Wert in der Branche ist. Dieses Ergebnis ist das Resultat eines mehrstufigen Servicemodells: Jede Station wird als digitaler Zwilling erfasst. Der genaue Status von Batterien, Temperatur und Ladezyklen ist in Echtzeit sichtbar. Der Helpdesk greift bei Anomalien sofort ein und löst viele Probleme, bevor sie zu Ausfällen führen. Kunden wählen zwischen Paketen von „Remote“ bis „Professional“. In allen Stufen garantiert ADS-Tec eine Mindestverfügbarkeit von 95 Prozent, regelmäßige Wartungen und ein jährliches Reporting; im Premium-Paket zudem ein 24/7-Monitoring.

Dank hoher Ersatzteilverfügbarkeit und Just-in-Time-Lieferung werden Standzeiten minimiert. Wartungskits und Vor-Ort-Schulungen sichern die Kompetenz lokaler Techniker. Bei komplexen Fällen wird das Service-Team direkt von der hauseigenen Forschung & Entwicklung unterstützt. So gelangen Verbesserungen aus der Praxis unmittelbar in die Produktpflege zurück – ein entscheidender Faktor für die technische Reife. Batteriegepufferte Schnelllader reduzieren technische Hürden, verkürzen Projektlaufzeiten und ermöglichen Flotten den schnellen Einstieg in die Elektromobilität – auch an Standorten mit begrenzter Netzkapazität. Das Webinar zeigte: Der integrierte Speicher macht den Aufbau leistungsstarker Ladeinfrastruktur planbarer und eröffnet neue betriebliche Vorteile.

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