Foto: Stephan Rudolph-Kramer

Netzstabilität

Wemag baut zusammengebrochenes Netz mit Batteriespeicher wieder auf

In einem praktischen Test hat die Wemag einen abgeschalteten Netzabschnitt mit dem eigenen Batteriekraftwerk wieder aufgebaut. Damit wurde der Beweis erbracht: Die Speicher sind schwarzstartfähig.

Der Schweriner Energieversorger Wemag hat die sogenannte Schwarzstartfähigkeit seines Großspeichers vor den Toren der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern unter Beweis gestellt. In dem Versuch haben die Schweriner einen Abschnitt ihres Netzes zunächst abgeschaltet. Die Aufgabe des Batteriespeichers war es, dieses wieder aufzubauen.

Dafür hat das Batteriekraftwerk zunächst den Netzabschnitt unter Spannung gesetzt. Anschließend ging eine ebenfalls schwarzstartfähige Gasturbine in Betrieb und hat die Energie für die Verbraucher geliefert. Das waren im Versuchsfall zwischen Batteriespeicher und Umspannstation angeschlossene elektrische Bauelemente, die auf vier Tiefladern standen. Diese Widerstände haben den Stromverbrauch von etwa 20.000 Haushalten simuliert.

Realitätsnahe Situation geschaffen

Danach wurde auch noch ein Windpark, der in der Region installiert ist, dazugeschaltet. „Mit diesem Test konnten wir beweisen, dass der Batteriespeicher für den Wiederaufbau des Stromnetzes nach Großstörungen oder einem Blackout eine primäre Funktion übernimmt“, sagt Thomas Murche, technischer Vorstand der Wemag. „Bislang wird dafür rein konventionelle Kraftwerkstechnik verwendet. Durch das Einbinden von Verbrauchern und der Zuschaltung des Stroms aus den Windkraftanlagen haben wir eine realitätsnahe Situation geschaffen. Mit den Ergebnissen kommen wir in unserem Projekt, das wir zur Marktreife bringen wollen, einen großen Schritt vorwärts.“

Erstmals Erneuerbare einbezogen

Denn in Zukunft werden solche Batteriekraftwerke, wie sie die Wemag installiert hat und der immerhin eine Leistung von zehn Megawatt vorweisen kann, die Aufgabe übernehmen, das Netz nach einem Zusammenbruch wieder aufzubauen. Das Projekt wurde wissenschaftlich begleitet von Forschern der Fakultät für Informatik und Elektrotechnik der Universität Rostock. Die Hardware für den Versuch, wie beispielsweise die Lastbank aus elektrischen Bauteilen hat der Energiedienstleister Aggreko geliefert. Das Berliner Unternehmen hat – damals noch unter der Firmierung Younicos – das Batteriekraftwerk in Schwerin errichtet. Dieser praktische Versuch ist die Fortsetzung des im August 2017 erfolgreich durchgeführten ersten Schwarzstarts, den die Wemag damals noch ohne Einbeziehung einer Erneuerbare-Energien-Anlage und simulierten Verbrauchern erfolgreich durchgeführt hat.

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