Foto: Mathias Jedinger/EEÖ

Regierungskrise in Österreich

Branche der Erneuerbaren fordert Klima-Notpaket

Mit Blick auf die Regierungskrise fordert der Dachverband der Erneuerbaren in der Alpenrepublik die Bildung einer Expertenarbeitsgruppe, die das Erneuerbare Ausbau Gesetz so schnell wie möglich auf den Weg bringt. Sonst droht dem Land in Sachen Klimaschutz und Energiewende ein Jahr Stillstand.

Die Regierungskrise in Österreich droht, auf die Energiewende in der Alpenrepublik durchzuschlagen. Zumindest befürchten die Branchen, dass das Erneuerbare Ausbau Gesetz (EAG) nicht wie geplant zum Jahreswechsel in Kraft tritt. Das wäre fatal. Denn sowohl die Solar- als auch die Wind- und Bioenergieindustrie wartet sehnsüchtig auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen, um den Ausbau der Erneuerbaren zu beschleunigen. So geht Peter Püspök. Geschäftsführer von Erneuerbare Energien Österreich (EEÖ), davon aus, dass das Gesetz nun Anfang 2021 wirksam werden kann.

Schließlich muss sich Österreich zunächst einmal mit Wahlkampf und der Bildung einer neuen Regierung herumschlagen. Doch Püspök warnt vor weiteren Verzögerungen. „Wenn ein Haus brennt, kann man nicht zuerst einen neuen Feuerwehrhauptmann wählen“, sagt er. „De facto wurde seit dem Ökostromgesetz 2012 in Österreich keine substantielle gesetzliche Maßnahmen realisiert, die das größte Problem dieses Jahrhunderts, die Klimakatastrophe, in Angriff nimmt. Neun für den Klimaschutz verlorene Jahre sind zu viel.“

Gesetzespaket innerhalb von vier Wochen

Deshalb fordert er noch in dieser Legislaturperiode ein Klima-Notpaket, das den Ausbau der Erneuerbaren in Österreich beschleunigt. Dazu solle unter anderem der Abbau der bestehenden Warteschlangen für die Förderung schon genehmigter Projekte gehören. Außerdem schlägt der Verband die Bildung einer Arbeitsgruppe mit hochrangigen Vertretern aller Parteien vor, die den Auftrag erhalten soll, binnen vier Wochen ein Gesetzespaket zu erarbeiten.

Notmaßnahmen ergreifen

Dieses Paket muss unmittelbar wirksame Maßnahmen für den Klimaschutz durch einen stark beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien bringen. Das sollte nicht so schwierig sein. Schließlich liegen die notwendigen Werkzeuge längst auf dem Tisch. „Jetzt ist die Zeit, für den Klimaschutz Notmaßnahmen zu setzen“, betont Püspök. „Sprechblasen im Wahlkampf bringen uns nicht weiter. Jetzt brauchen wir einen nationalen Schulterschluss, um in Österreich endlich wirksame Klimaschutzmaßnahmen in Gang zu setzen. Jede Partei, die sich einer solchen Notmaßnahme jetzt verschließt, wird im Wahlkampf beim Thema Klimaschutz unglaubwürdig sein. Für eine neue Regierung bleibt in Sachen Klimaschutz ohnehin sehr viel zu tun. Aber ein weiteres Jahr bei diesem dringenden Thema zu versäumen ist unverantwortlich“, warnt er.

Kommentar zu: Trifft sich die Kohlekommission:

"Bitte sofort Ausstieg klären - hätte 2019 Zeit"

Kohlekommission verschiebt Kohlekraftausstiegsplan auf 2019. Ein Affront gegen alle, die an die in Endlosschleifen gefangene deutsche Klimapolitik glauben.

Regierungsprogramm in der Alpenrepublik

Österreich will Vorreiter im Klimaschutz werden

In Österreich steht die neue Koalition aus ÖVP und Grüne. Im Regierungsprogramm ist die Klimaneutralität bis 2040 avisiert.

Wirtschaftsforum in Davos – ein Kommentar

Der Weltwirtschaft droht der Klimanotstand

Der Global Risk Report des Weltwirtschaftsforums in Davos nennt vor allem Klimarisken als die größten Bedrohungen der Menschheit. Politik und Wirtschaft müssen endlich darauf reagieren und die Klimakrise lösen.

Interview mit Bundesumweltministerin, Teil 2

"Klimagesetz ist ein Generationenvertrag."

Bundesumweltministerin im Gespräch mit ERNEUERBARE ENERGIEN über das Engagement im Regierungslager für ein Klimagesetz.